"Mit Stolz und Freude"

In der Steiermark beginnt bereits traditionell die Eishockeysaison für die österreichischen Nachwuchsnationalmannschaften. Gesamt 68 Spieler versammeln sich für ein sechstägiges Trainingslager in Kapfenberg. U18 Head Coach Andreas Brucker freut sich im Interview bereits auf seine Premiere.

Seit einigen Jahren betreust du österreichische Nachwuchsnationalmannschaften. Zuletzt war die U16 sehr erfolgreich. Mit diesem Jahrgang steigst du jetzt auch in die U18-Nationalmannschaft ein. Wie verändert sich dadurch die Arbeit?

Andreas Brucker: Zuerst freut es mich und ich bin sehr stolz, dass mir diese Aufgabe übertragen wurde. Bisher ging unsere/meine Arbeit rein um die Entwicklung und eine Einführung in die Nationalteams, die U18-Nationalmannschaft ist jetzt schon ein wenig ergebnisorientierter und wir müssen darauf schauen, dass wir bei unserem Saisonhöhepunkt, der U18 Weltmeisterschaft, ein gutes Ergebnis abliefern. Das bedarf einer genaueren Planung als bei den jüngeren Jahrgängen.

Im Vergleich zum Kick-Off Anfang Juni geht es in Kapfenberg für die Spieler zum ersten Mal auf das Eis. Was erwarten sich die Trainer von den Spielern?

Andreas Brucker: Dass wir mit Stolz und Freude in die Saison starten, jeder mit 110Prozent bei der Sache ist und ab dem ersten Zusammentreffen sein Bestes für unsere Nationalmannschaft gibt. Wobei natürlich der Spaß niemals zu kurz kommen sollte, den benötigen wir für eine positive Entwicklung im Teamsport.

Physische Leistungstests stehen auch in Kapfenberg auf dem Programm? Inwiefern unterscheiden sich diese zum Kick-Off-Event?

Andreas Brucker: Sie dienen zur Überprüfung, wie ernst jeder einzelne Spieler seine individuelle Saisonvorbereitung nimmt. Das zeigt uns Trainer, wer bereit für die kommende Saison ist, und zugleich sieht jeder Spieler, wo seine Schwächen liegen und an welchen er arbeiten sollte.

Leider konnte sich die U18-Nationalmannschaft nicht in der IIHF Division I Gruppe A halten. Welche Ziele habt ihr euch für die neue Saison gesteckt?

Andreas Brucker: Das muss ganz klar der Wiederaufstieg sein, obwohl wir wissen, dass dies nicht einfach ist. Das haben uns die vergangenen Jahre gezeigt, aber wir wollen uns weiterentwickeln und an besseren Nationen messen. Somit müssen wir mit diesem Druck umgehen und uns bestmöglich auf die Saison vorbereiten.

Über Weihnachten und Neujahr geht es auch wieder zu einem Turnier nach Kanada. Wie wichtig sind solche Erfahrungen für einen jungen Spieler?

Andreas Brucker: Sehr wichtig! Wir wissen, dass der Stellenwert des Eishockeys in Kanada sehr hoch ist und dort vor allem im Nachwuchs sehr gutes, schnelles, jedoch vor allem körperbetontes Eishockey gespielt wird. Genau das wollen wir in Zukunft auch, somit benötigen wir alle, auch das gesamte Betreuerteam, diese Erfahrungen, die wir dort machen werden. Alle müssen sehen, warum das kanadische Eishockey dort steht, wo es steht, und wie wir beitragen können, damit wir in Österreich annähernd einen solchen Stellenwert erreichen.

Trainer sind ein wichtiger Baustein für den Erfolg. Wie erfolgt untereinander in den verschiedenen Nationalmannschaften euer Austausch an Informationen?

Andreas Brucker: Ich bin wirklich schon sehr lange in den Trainerteams der verschiedenen Altersklassen tätig, von U13 bis U18 seit mehr als 15 Jahren, und ich kann mit Sicherheit sagen, so gut wie in den letzten vier Jahren war das Verhältnis unter den Auswahltrainern nie. Jeder bringt sich in die Arbeit ein und wir treffen uns mehrmals jährlich zu Coaches Clinics. Wir telefonieren auch öfters miteinander und besprechen uns über Spieler und deren Entwicklung, niemand macht ein Geheimnis aus seiner Arbeit und wir haben alle ein gutes, entspanntes Verhältnis. So macht die Arbeit wirklich Spaß.

Die Trainerausbildung wurde vom ÖEHV neu ausgerichtet. Als Besitzer der A-Lizenz nimmst du ausschließlich am eishockeyspezifischen Teil von finnischen Experten teil. Wie beurteilst du nach den ersten Kursteilen diesen neuen Weg?

Andreas Brucker: Unglaublich stark, mir bzw. uns allen hat der Kurs unheimlich gut gefallen und ich habe daraus einige sehr Interessante neue Informationen mitgenommen. Ich denke, wir können von solchen Eishockeynationen wirklich nur lernen, jedoch muss uns allen bewusst sein, dass wir die gewonnenen Kenntnisse nicht 1:1 auf unser Land umlegen können. Wir sind gefordert, eine eigene Identität zu kreieren. Das sind wir all unseren Nachwuchsspielern verpflichtet und müssen ihnen helfen, damit sie sich auf hohem Niveau entwickeln können. Ich brenne schon drauf, die gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen und dann hoffentlich die gewünschten Ergebnisse zu sehen.

Head Coaches der österreichischen Nachwuchsmannschaften
U20-Nationalteam: Roger Bader
U18-Nationalteam: Andreas Brucker
Zukunft-Talente-Team (U17, U16, U15): Roger Bader
U16-Nationalteam: Thomas Wehrhan
U15-Nationalteam: Peter Schweda

Saisonstart für die österreichischen Auswahlmannschaften
U20-Nationalteam 24.07.-29.07.2016, Kapfenberg (Trainingslager)
U18-Nationalteam 24.07.-29.07.2016, Kapfenberg (Trainingslager)
Zukunft-Talente-Team 31.07.-05.08.2016, Wien (Trainingslager)