Hilfszahlungen bleiben weiter aus

Dem österreichischen Sport wurden von Sportminister Werner Kogler bereits mit April Hilfszahlungen in Aussicht gestellt, die allerdings ausgeblieben sind. Ein Update:

Zur in der ZiB2 geäußerten Replik von Sportminister Werner Kogler auf die Pressekonferenz von Sport Austria am 16. Juni nimmt Sport Austria als Interessenvertretung des organisierten Sports in Österreich folgendermaßen Stellung:

"Dem österreichischen Sport mit seinen 15.000 Vereinen wurden vom Sportminister - nach guten und konstruktiven Gesprächen mit Sport Austria und seinen Dach- und Fachverbänden - bereits mit April Hilfszahlungen in Aussicht gestellt, die allerdings ausgeblieben sind.

Stattdessen wurde von der Bundesregierung am 13. Mai ein NPO-Hilfspaket für gemeinnützige Organisationen wie u.a. für Sport und Kultur in der Höhe von 700 Millionen Euro verkündet.

Ab diesem Zeitpunkt war es den für die Erstellung der Richtlinien verantwortlichen Ministerien (Sportministerium sowie jenes für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus) möglich, an den Richtlinien für die Vergabe zu arbeiten. Natürlich hat Sport Austria diesbezüglich eine Stellungnahme abgegeben. Allein, bis heute - fünf Wochen später - sind diese noch immer nicht fertig. Vor Juli wird es also realistischerweise keine Auszahlungen geben, obwohl die Situation längst besorgniserregend ist und sich Obleute bereits in privater Haftung befinden. Nach wie vor ist uns kein Zeitplan und keine Deadline für den Richtlinienprozess sowie für den Beginn von Antragsstellungen bekannt. Selbstverständlich sind in anderen Ländern bereits Unterstützungszahlungen geleistet worden.

Um die Abwicklungen zu erleichtern, hat Sport Austria immer einen eigenen Hilfstopf für den Sport angeregt, der über die Strukturen des Sports transparent und effizient hätte abgewickelt und ausgezahlt werden können.

Was die Kommunikation von Sport Austria über bevorstehende Lockerungen an seine Mitglieder betrifft: Sport Austria kommuniziert ausschließlich Fakten und keine mutmaßlich bevorstehenden Maßnahmen. Für die Vereine und Verbände wäre eine vom Gesundheits- und Sportminister offiziell verkündete langfristige Lockerungs-Perspektive wichtig, um die Saisonplanungen seriös vornehmen zu können. Da dies bis dato aber nicht stattgefunden hat, drohen Saisonausfälle und damit verbunden ein immenser wirtschaftlicher Schaden und der Verlust von weiteren Arbeitsplätzen."

Neue Lockerungsverordnung 15. Juni 2020 – Eckpunkte für den Sport
- In geschlossenen Räumlichkeiten muss nun kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden (ausgenommen ZuseherInnen bei Indoor-Veranstaltungen).

- SpitzensportlerInnen gemäß § 3 Z 6 BSFG 2017 dürfen bei der Sportausübung den Abstand von zwei Metern unterschreiten, wenn ein verantwortlicher Arzt ein COVID-19-Präventionskonzept ausgearbeitet hat, dessen Einhaltung laufend kontrolliert und vor Aufnahme des Trainings alle SportlerInnen, BetreuerInnen und TrainerInnen negativ getestet wurden.

- Unterschreitung der Mindestabstände bei Ferien-/Sommer-/Sportcamps, wenn ein COVID-19-Präventionskonzept erstellt und umgesetzt sowie die TeilnehmerInnen in Kleingruppen von maximal 20 Personen (BetreuerInnen nicht eingerechnet) gegliedert werden. Dazu erfolgte die Empfehlung des Sportministeriums, dass die Intention des Verordnungsgebers die Ermöglichung von betreuten Ferien- bzw. Sommercamps, Ferienlagern und dergeleichen für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr war, sofern ein Präventionskonzept erarbeitet wurde. Damit sind auch Sportcamps umfasst, aber nicht bloße Trainingseinheiten im Sportverein. Der Unterschied zwischen Sportcamp und Training im Sportverein besteht darin, dass bei einem Ferien- bzw. Sportcamp ein organisierter, in der Regel mehrtägiger Zusammenschluss einer fixen Gruppe vorliegt. Dies kann mit bloßen Trainingseinheiten (selbst wenn sie mehrmals wöchentlich stattfinden) nicht verglichen werden. Weitere Lockerungen für das Vereinstraining im Nachwuchs-, Amateur- und Leistungssport werden in den nächsten Tagen bekanntgegeben.

- Typische Fragen und Antworten zusammengefasst bei Sport Austria.

NPO Hilfsfonds
- Richtlinien werden noch zwischen BMKÖS und dem BMLRT abgestimmt

- Sport Austria hat zu dem Richtlinienentwurf letzte Woche Stellung bezogen

- Fonds setzt auf zwei Säulen der Entschädigung auf:
  - Abdeckung von Fixkosten (Miete, Pacht, Betriebskosten, Leasingraten…)
  - Struktursicherungsbeitrag (5% der Einnahmen)