"Resultat harter Arbeit"

Mit den beiden Länderspielen gegen Kasachstan hat die österreichische Nationalmannschaft der Damen den nächsten Entwicklungsschritt gemacht. Im Jahr des 20-jährigen Bestehens soll die erstmalige Qualifikation für Olympische Winterspiele gelingen.

Zwei Siege gegen Kasachstan, zwei weitere Live-Übertragungen dieser Länderspiele mit ansprechenden Seherzahlen und eine gute Entwicklung innerhalb der österreichischen Nationalmannschaft der Damen lassen Head Coach Jari Risku nach seinem zweiten Lehrgang in dieser Saison ein positiven Resümee ziehen.

"Wir haben in diesem Camp vermehrt an unserem Defensivverhalten gearbeitet. Alle Spielerinnen waren mit vollem Einsatz dabei und haben die neuen Informationen sehr gut aufgenommen", freut sich der Finne. "In beiden Spielen war jeweils die Leistung im Schlussdrittel am besten. Alle vier Linien haben solide gespielt, defensiv wie offensiv geradlinig agiert. Auf diese zwei Spiele kann die Mannschaft stolz sein."

Auch Martin Kogler, General Manager im Dameneishockey, sieht die letzten Zusammenzüge der Nationalmannschaft positiv und gibt im Interview noch einen Ausblick auf die bevorstehenden Aufgaben in diesem Jahr.

Trainingslager in Zeiten von Corona sind eine organisatorische Herausforderung. Wie seid ihr an diese Sache herangegangen?

Kogler: Wir sind uns natürlich bewusst, dass eine sehr große Verantwortung auf uns lastet. Aber wenn wir bei den nächsten Großereignissen – Qualifikation für die Olympischen Winterspiele im November und IIHF Weltmeisterschaft Division IA 2022 – eine Chance haben wollen, dann brauchen wir diese Trainingslager. Somit besteht die Herausforderung darin, einen Weg zu finden, wie wir mit dem bestmöglichen Schutz die notwendigen Events durchführen können. Dazu hat der Covid-19-Beauftragte des ÖEHV, Leopold Durchner, auch für die beiden Camps im Februar wieder eine topaktuelle Version unseres Präventionskonzepts erstellt – vielen Dank dafür. Alle Spielerinnen und der gesamte Staff sind mit einem negativen PCR-Test angereist, vor Ort wurden täglich Antigen-Tests durchgeführt. Auch die Gegnerinnen haben bereits vor Ankunft einen Test absolviert und wurden vor Ort getestet. Vor den Spielen haben dann auch Schiedsrichter, Punkterichter, Zeitnehmer etc. einen Antigen-Test gemacht. Es ist auf jeden Fall viel Aufwand, aber die Gesundheit der Spielerinnen ist einfach das Wichtigste. Und wir sind es auch den Klubs schuldig, dass wir die Leistungsträgerinnen gerade vor der entscheidenden Phase der Meisterschaft wieder gesund zurückschicken können.

Bisher fanden in dieser Saison vier Länderspiele statt. Alle wurden von ORF bzw. LAOLA1 live übertragen. Wie wichtig ist die Präsenz im TV für den Damensport?

Kogler: Die TV-Präsenz ist für uns enorm wichtig, weil Dameneishockey noch ein verhältnismäßig junger Sport ist – olympisch seit Nagano 1998. In Österreich feiert das Dameneishockey-Nationalteam am 31. März erst den 20. Geburtstag. Und viele ÖsterreicherInnen wissen kaum etwas über Dameneishockey. Gerade in so einer Aufbauphase sind diese Übertragungen ein extrem wichtiger Faktor und wir sind froh, dass wir dafür so gute Partner gefunden haben. Und die Tatsache, dass von Übertragung zu Übertragung immer mehr Leute am Fernseher oder vor dem Stream unseren Mädels die Daumen drücken, zeigt, dass wir am richtigen Weg sind.

Aufgrund der Absage der Weltmeisterschaft ist 2021 die Qualifikation für Olympia das große Ziel. Welche Schritte müssen bis November noch gemacht werden, um erfolgreich zu sein?

Kogler: Erfolg ist nie ein Zufall, sondern immer das Resultat harter Arbeit. Das wissen wir und deshalb ist natürlich noch viel bis November zu tun: wenn wir die Olympiaqualifikation oder die WM 2022 erfolgreich absolvieren wollen, brauchen wir einen Grundkader von ca. 30 Spielerinnen, die alle auf einem entsprechend hohen Level spielen können. Verbesserungspotential gibt es sowohl On Ice als auch Off Ice, aber dafür haben wir ein starkes Trainerteam um Jari Risku, um hier den Sprung auf den nächsten Level zu schaffen zu können. Jari hat bereits eine Olympiamedaille gewonnen und weiß, was dafür nötig ist. In Sachen Spiele haben wir bislang gegen gleich starke Gegner gespielt – die SlowakInnen sind im IIHF World Ranking genau einen Platz hinter uns, Kasachstan ist nach der Einbürgerung von sieben Nordamerikanerinnen auch gleich einzustufen und beide verfügen bereits über A-Gruppen-Erfahrung. Im April wollen wir dann auch gegen stärkere Nationen testen, die in der Weltrangliste vor uns sind. Anfang Juni steht ein Off-Ice-Camp in Maria Alm auf dem Programm. Mit Camps im August und Oktober sowie der direkten Vorbereitung im November stehen dann noch drei weitere Camps vor dem finalen Olympiaqualifikationsturnier in Deutschland an.

A-Team Damen