Zwei Villacher im Fokus

Zwei österreichische Hockeygrößen stellen in der National Hockey League ihr Können unter Beweis und zeigen auf der anderen Seite des Atlantiks groß auf.

Nachdem Österreichs Eishockey-Legende Thomas Vanek sein Karriereende im Februar 2020 verkündet hatte, sind nun alle Augen auf die beiden Villacher Michael Grabner bei den Arizona Coyotes und Michael Raffl bei den Philadelphia Flyers gerichtet.

Sie beide brachten bereits echte Höchstleistung aufs Eis und stehen nun im Rennen um den begehrten Stanley Cup.

Pfeilschneller Grabner in Arizona

Grabner ist für seine außergewöhnliche Geschwindigkeit bekannt, denn er düst mit einem enormen Tempo über das Eis, mit dem er sogar bei Unterzahl Druck ausübt. Der Villacher wurde beim Draft 2006 in der ersten Runde an 14. Stelle von den Vancouver Canucks gewählt.

Damit war er nach Vanek gerade einmal der zweite Österreicher, dem ein solch früher Draft gelang. Sein erstes NHL-Spiel ließ dennoch bis 2009 auf sich warten, als er für Vancouver 20 Spiele bestritt und elf Scorerpunkte erzielte. Danach ging es für den Stürmer zu den New York Islanders.

Grabner sorgte direkt für Furore und wurde in der gesamten Liga für seinen Speed bekannt. Nach fünf erfolgreichen Jahren bei den Islanders kam es zu diversen Wechseln, seit 2018 steht er als Free Agent bei den Arizona Coyotes auf dem Eis.

Durch diverse Verletzungsausfälle lief es seither jedoch nicht überragend, zuletzt stellte ihn der Trainer nicht einmal mehr in den Stammkader. Wird Grabner jedoch im Play-off ab 1. August die Chance bekommen, mit seinen außergewöhnlichen Skills zu überzeugen und im Kampf um die Trophäe mitzuwirken?

Die Vancouver Canucks waren die erste Heimat von Michael Grabner.

Die Vancouver Canucks waren die erste Heimat von Michael Grabner.

Alleskönner Michael Raffl

Raffl ist als wahrliches Multitalent bekannt, denn ganz egal, an welcher Sturmposition und in welcher Reihe er steht, er zeigt groß auf und ist für alles bereit. Seitdem er seine Karriere in der NHL begann, spielte er bei den Philadelphia Flyers bereits von der ersten bis zur vierten Reihe und zeigte stets Leistung.

Seinen Vertrag bei den Flyers unterzeichnete er im Jahr 2013, wo er sich schnell als Penalty-Talent herausstellte. Mit einer soliden und anhaltenden Leistung unterzeichnete Raffl in Philadelphia fortwährend Vertragsverlängerungen. Im März 2019 verlängerte er erneut um zwei Jahre.

Zuletzt gelang es Raffl mit seiner Mannschaft, unter die vier besten Teams der Eastern Conference zu gelangen, wo der Villacher einen beachtlichen Beitrag leistete.

Mit Blick auf die Betway Sportwetten befindet sich das Team aus Philadelphia mit einer Quote von 13,00 (Stand: 21.07.2020) nun an siebenter Stelle der Favoriten auf den Gewinn des Stanley Cups. Wird Raffl mit seinem Team im Kampf um die Trophäe weiter eine starke Offensive zeigen und Chancen auf einen Sieg haben?

Die Österreicher in der NHL

Nachdem Vanek zu Beginn des Jahres seine Schlittschuhe an den Nagel gehängt hat, bleiben der NHL mit Raffl und Grabner nun zwei österreichische Talente erhalten. In der Geschichte der Liga ist bisher nicht vielen Spielern Österreichs der Sprung über den Atlantik auf amerikanisches Eis gelungen, und das, obwohl die NHL ein gutes Händchen bei der Rekrutierung internationaler Talente hat.

Wie eine Analyse zur Internationalität der Liga ergeben konnte, sind aktuell über 30 Prozent der NHL-Spieler nicht aus Nordamerika. Die Oberhand haben unter den internationalen Spielern eindeutig die Europäer, allen voran Schweden und Finnland. Aus der Schweiz stehen aktuell elf Spieler, aus Deutschland sieben auf NHL-Eis.

Der Anteil der internationalen Teilnehmer an der stärksten Eishockeyliga der Welt konnte in der Vergangenheit zudem stetig steigen, sodass in Zukunft eventuell die Chancen auf eine NHL-Karriere für weitere Talente aus österreichischer Ausbildung wachsen könnten.

Die Spieler Raffl und Grabner zeigen in der NHL auf amerikanischem Eis groß auf und stellen unter Beweis, welche immense Talente die Ausbildung österreichischer Vereine hervorbringen kann. Es wird spannend, wie sich die beiden Villacher im Kampf um den Stanley Cup schlagen werden.