U18-Nationalteam erstmals in den Top 10

Das U18-Nationalteam der Damen besiegte im letzten Spiel der IIHF Weltmeisterschaft Division I in Tromsö Gastgeber Norwegen mit 2:1 und ist damit als erstes österreichisches U18-Nationalteam unter den besten zehn Nationen der Welt platziert.

Die österreichische Mannschaft holte die Silbermedaille hinter Aufsteiger Ungarn in der Division I und verpasste damit den Aufstieg unter die besten acht Dameneishockeyländer nur hauchdünn.

Super Stimmung in der Eishalle, zahlreiche Fans feuerten die Heimmannschaft an, die mit einem Sieg in der regulären Spielzeit noch die Chance auf die Bronzemedaille hatte.

Anders die Ausgangslage für rot-weiß-rot: bei einem Sieg nach 60 Minuten winkte Silber, bei einer Verlängerung hätte das Team Bronze gehabt und eine Niederlage nach 60 Minute hätte den undankbaren vierten Platz bedeutet.

Österreich startete sehr konzentriert in das Spiel und dominierte die Anfangsphase nach Belieben. Während bei den Chancen des Team Austria die Scheibe einfach nicht über die Linie wollte, hatte Norwegen erst in Minute
14 den ersten Torschuss.

Und auch das zweite Drittel ging weiter wie das erste - das rot-weiß-rote Team spielte unermüdlich auf ein Tor, Norwegen wurde nur vereinzelt im Konter gefährlich.

Und dann der große Schock in der 34. Spielminute, als Mathea Fischer einen dieser Gegenstöße zum glücklichen 1:0 für Norwegen abschloss. Doch Österreich ließ sich nicht beirren, kreierte weiter Chance um Chance und wurde in der 46. Minute (Monika Vlcek) für die Geduld belohnt.

In der 55. Minute brachte ein Überzahltor von Julia Willenshofer das Team auf Silberkurs. Und von diesem Augenblick an ließ die Mannschaft nichts mehr anbrennen, spielte die Scheibe tief und ließ die Norwegerinnen anrennen, ohne dass diese zu gefährlichen Möglichkeiten kommen konnten.

Die erlösende Schlusssirene bedeutete zugleich die Silbermedaille und den größten Erfolg bislang sowohl in der U18-Geschichte des ÖEHV als auch im österreichischen Dameneishockey (10. Gesamtrang).

Einen bitteren Beigeschmack hinterließ lediglich die Tatsache, dass mit einer Leistung wie in den letzten vier Spielen auch im ersten Spiel (3:4 gegen den späteren Aufsteiger Ungarn) viel mehr möglich gewesen wäre.

"Wir sind sehr schlecht in das Turnier gestartet, aber wir haben uns enorm gesteigert. Wir sind hier immer mehr zusammen gewachsen und haben mit Fortdauer des Turniers als Mannschaft überzeugt. Gegen Norwegen haben wir nie aufgegeben und immer geduldig weitergespielt. Wir wollten diese Silbermedaille unbedingt und wir haben sie uns auch geholt", meinte Kapitänin Tamara Grascher.

Auch Head Coach Christian Yngve war zufrieden: "Wir haben den Gameplan nie verlassen, auch nicht als wir in Rückstand waren. Wir haben gewusst, irgendwann schießen wir die Tore, wenn wir unser Spiel durchziehen. Und unsere Geduld wurde belohnt, wir haben die Silbermedaille verdient geholt!"

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht - die Hälfte der Mannschaft ist ab 13. Jänner in Innsbruck bei den "Youth Olympic Games 2012" in Innsbruck (KADER) mit von der Partie - gegen die Slowakei, Kasachstan, Deutschland und Schweden lautet das Ziel Halbfinale bzw. Medaille.

Wie es die Mädels in Norwegen gezeigt haben, wollen sie auch bei diesem Event Österreichs Fahne würdig vertreten. "Wir vom ÖEHV freuen uns über diese fantastische Leistung der Mädchen. Es ist ein beachtlicher Erfolg, den diese Mannschaft erreicht hat. Diese Silbermedaille wird unserem Dameneishockey zusätzlich Motivation geben", freute sich auch Präsident Dr. Dieter Kalt.

Kader des U18-Nationalteams
Torhüter
Nicole Arnberger, Paula Camilla Marchhart
Verteidigung
Nathalie Hämmerle, Anna Hauer, Julia Kainberger, Martina Kness, Ines Kropf, Noemi Prosenz
Angriff
Tamara Grascher, Alexandra Gürtler, Isabella Hochfilzer, Victoria Hummel, Anna Iberer, Anna Johann, Romy Kirchauer, Anja List, Anna Meixner, Monika Vlcek, Sophia Volgger, Julia Willenshofer