Im Februar in Wien mehr gewinnen

Im Februar gastiert die Euro Ice Hockey Challenge in Wien. Die österreichische Nationalmannschaft bekommt es dabei mit der Slowakei, Slowenien und Italien zu tun. Teamchef Daniel Ratushny erklärt im Interview den Fahrplan bis zu diesem Turnier.

Die Euro Ice Hockey Challenge ist zurück in Österreich! Von 5. bis 7. Februar 2015 empfängt die österreichische Nationalmannschaft die Slowakei, Slowenien und Italien zum Vier-Nationen-Turnier im Eissportzentrum Kagran in Wien. Der Auftaktgegner am 5. Februar kommt aus Slowenien, gegen den Viertelfinalisten der Olympischen Spiele 2014 möchte sich die österreichische Mannschaft revanchieren. Denn im November verpasste das Team von Head Coach Daniel Ratushny in Ljubljana nur knapp den Turniersieg.

"Zwei Siege waren in Ordnung. Ein solider Start für unser Programm. Die Niederlage gegen Slowenien war aber enttäuschend. Für Februar haben wir das Ziele, die Spiele zu gewinnen", meint der Teamchef im Interview. Nach der Partie gegen Italien, Land des aktuellen Champions der Erste Bank Eishockey Liga und Absteiger aus der Top Division, am 6. Februar wartet das Highlight des Turniers mit der Begegnung gegen Nachbar Slowakei, Vizeweltmeister von 2012 und langjährige Top-Nation.

Seit Juli sind Sie Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft. Im November holten Sie mit einer jungen Mannschaft Platz zwei bei der Euro Ice Hockey Challenge in Slowenien. Wie war Ihr erster Eindruck als neuer Teamchef?
Daniel Ratushny: Rückblickend muss ich sagen, dass dieses Turnier eine sehr positive Erfahrung war. Obwohl wir als Trainer nur wenige Tage mit den Spielern hatten, haben die Spieler gezeigt, was in dieser kurzen Zeit möglich ist und dass sie gemeinsam als Team spielen können. In den drei Spielen haben die Spieler nicht nur Charakter und mentale Stärke gezeigt, sondern auch ihre technischen und athletischen Fertigkeiten ausgespielt.

Zwei Siege in drei Spielen klingen nach einem Ergebnis, mit dem man zufrieden sein kann. Sind Sie es?
Daniel Ratushny: Wir waren definitiv nicht mit dem Ergebnis im letzten Spiel zufrieden. Diese Niederlage gegen Slowenien war schon enttäuschend. Aber mit zwei Siegen ist uns ein solider Start gelungen. Darauf können wir aufbauen, um am Ende unsere Zielsetzungen zu erreichen.

Dieter Kalt, Christoph Brandner und Reinhard Divis haben in den ersten Tagen in Slowenien das Training geleitet. Was sollten diese Drei den Spielern vermitteln?
Daniel Ratushny: Alle drei waren sehr gute Eishockeyspieler und werden in Österreich respektiert. Ich bin sehr froh, dass diese Drei meine Assistenten bei der Nationalmannschaft sind. Sie haben in Slowenien eine sehr gute Arbeit geleistet und den Spielern von Beginn an vermittelt, wie wir aufgestellt sein wollen und wie wir spielen wollen. Unter den Spielern haben sie ebenfalls eine sehr gute Stimmung und eine positive Energie verbreitet, die man stets gespürt hat. Wir werden gemeinsam weiter arbeiten, zuerst im Februar beim Turnier in Wien, dann für die IIHF Weltmeisterschaft in Prag.

Vor Saisonbeginn wurde ein Scouting-System für die Nationalmannschaft eingeführt. Wie kann man sich die Arbeit mit diesem neuen "Werkzeug" vorstellen?
Daniel Ratushny: Unser Video Coach Gerald Wimmer hat dieses Online-Scouting-System entwickelt. Wir Trainer können dadurch jederzeit unsere Einschätzungen und Meinungen zu den Spielern online zusammenfassen und diskutieren. Hinzu kommt für das Scouting noch ein weiteres Element: Kommunikation mit den Klubtrainern der Erste Bank Eishockey Liga. Ein Klubtrainer kann viel genauere Einschätzungen über seinen Spielern machen, da er ihn durch seine Arbeit ja tagtäglich sieht. Ich war sehr dankbar, dass alle Klubtrainer dieser Methode positiv gegenüberstanden und ich im Vorfeld des Turniers in Slowenien mit den Klubtrainern über die Nationalteamspieler sprechen konnte.

Wird der Auswahlprozess für das Heimturnier im Februar in Wien gleich verlaufen?
Daniel Ratushny: Es wird sicher ähnlich verlaufen. Der Fokus liegt aber nicht mehr rein auf jungen Spielern, so wie wir es für das Turnier im November gemacht haben.

Welche Ziele verfolgen Sie für das Turnier im Februar?
Daniel Ratushny: Wir haben drei Bereiche, auf die wir genau schauen werden. Erstens, eine zweite Sichtung der Kandidaten für die IIHF Weltmeisterschaft. Zweitens, Intensivierung und Verfeinerung unseres offensiven wie defensiven Systems. Drittens, unsere Spiele gewinnen.

Was erwarten Sie im Allgemeinen von den Spielern, die in der Nationalmannschaft stehen?
Daniel Ratushny: Ich erwarte von den Spielern die gleiche Einstellung, die ich auch von mir selbst erwarte: Mit einer positiven Einstellung jeden einzelnen Tag hart arbeiten. Einerseits an sich selbst (Fähigkeiten am Eis, Eishockeywissen, Fitness, Ernährung, Selbsteinschätzung, persönliche und mentale Entwicklung), andererseits an der Bildung einer Einheit als Team.

In der Vorwoche fand in Salzburg die vierte Coaches Clinic statt. Sie haben zum ersten Mal teilgenommen. Wie waren Ihre Eindrücke?
Daniel Ratushny: An zwei Tagen fand ein offener Austausch von Trainern statt, die auf langjährige Eishockeyerfahrung zurückgreifen können. Diese Veranstaltungen, in denen wir von anderen lernen können, helfen uns als Trainer in unserer eigenen Entwicklung enorm.

Euro Ice Hockey Challenge in Wien
05.02.2015, 14:30 Uhr: Slowakei – Italien
05.02.2015, 18:00 Uhr: Österreich – Slowenien
06.02.2015, 15:00 Uhr: Slowenien – Slowakei
06.02.2015, 18:30 Uhr: Österreich – Italien
07.02.2015, 14:30 Uhr: Italien – Slowenien
07.02.2015, 18:00 Uhr: Österreich – Slowakei

ORF Sport+ und LAOLA1.tv übertragen alle Spiele der österreichischen Nationalmannschaft live.