Auftritt des Nationalteams positiv

Um genau 19:34 Uhr knallten im Eishockeystadium zu Pardubice die Korken: Gastgeber Tschechien hatte gerade die leicht favorisierten USA geschlagen und sich damit zum ersten Mal in der Geschichte des InLine-Hockey-Sports zum Weltmeister gekürt.

Mit überlegter Taktik und klugem Defensivspiel versuchten die Tschechen, die amerikanische Offensiv-Maschinerie erst gar nicht ins Laufen kommen zu lassen.

Das gelang bis zum Ende vorzüglich, weil man sich in Extremsituationen zudem auf Roman Handl im Tor verlassen konnte, der aufgrund seiner Leistungen während der Weltmeisterschaft auch als Bester seines Faches ausgezeichnet wurde.

Die zwischenzeitliche Führung der Tschechen durch Martin Vozdecky konnten die US-Amerikaner im zweiten Viertel noch egalisieren. Doch dann zog die Truppe von Head Coach Petr Hemsky durch Tore von Jan Besser im Powerplay und von Tomas Mojzis unwiderstehlich auf 3:1 davon.

Den USA gelang zwar wenige Sekunden vor der dritten Viertelsirene noch der Ausgleich durch Itan Chavira, doch das tschechische Tor hielt - angetrieben von über 6.000 fanatischen Zuschauern - weiteren Scoring-Versuchen der Nordamerikaner bis zum Abpfiff stand.

Die Bronzemedaille holten sich die Kanadier, die in einem wahren Torfestival die Schweden mit 11:7 bogen und sich das erste Edelmetall seit 1994 holten.

Österreichs Team konnte sich nach dem 8:4-Sieg über Australien auf dem dritten Platz im B-Pool platzieren und durfte damit ebenfalls eine Bronzemedaille mit nach Hause nehmen. Dabei wäre für die junge Truppe von Coach Jürgen Leibig mit ein wenig mehr Routine und einer Extraportion Glück sogar noch mehr möglich gewesen.

Vor allem dem in den letzten Minuten vergebenen Sieg im Halbfinale gegen Ungarn trauerte man im Lager der Österreicher noch lange nach.

Team-Leader Wolfgang Nickel zog trotzdem eine sehr positive Bilanz über den WM-Auftritt seiner Mannschaft: "Wir mussten hier zwar zur Kenntnis nehmen, dass uns bisherige Underdogs wie beispielsweise Australien oder Neuseeland immer näher rücken. Auf der anderen Seite haben aber speziell unsere vielen jungen Spieler eine Talentprobe abgeliefert und sogar schon teilweise Führungsverantwortung übernommen. Und auch die Moral in der Truppe hat vom Beginn bis zum Ende hervorragend gestimmt. Daher blicke ich ausgesprochen optimistisch in die Zukunft."