Integrity: IIHF führt Österreich als Role Model an
Als die IIHF im Jahr 2022 ihr Integrity Officer Programm einführte, gab es in den mehr als 80 Mitgliedsverbänden bereits bestehende Programme auf verschiedenen Entwicklungsstufen. Einige waren sehr weit fortgeschritten, wie etwa USA Hockey, andere, wie der ÖEHV, arbeiteten intensiv daran das eigene Programm weiter zu verbessern.
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So war man bereits zuvor mit diversen nationalen Organisationen im engen Austausch, um die Themen Anti-Doping und Missbrauch und Belästigung zu behandeln, und war Mitglied der Arbeitsgruppe Sport und Menschenrechte.
"Als die IIHF das Integrity Officer Programm ins Leben rief, haben wir die vier Säulen sofort in unser Programm übernommen und begonnen, jede der Säulen einzeln zu bearbeiten, um daraus unser eigenes Programm zu entwickeln (ÖEHV Integrity)", so Timo Gless, Integrity Officer des ÖEHV. "Während es zum Beispiel bei der Anti-Doping-Säule aufgrund unserer bereits bestehenden Kooperation mit der NADA Austria einfacher war, gab es bei anderen Säulen mehr Arbeit zu tun."
Die vier Säulen der Integrität im Sport lauten:
- Anti-Doping
- Wettkampfmanipulation
- Missbrauch und Gewalt
- Ethik
Nicht lange nach dem IIHF Integrity Workshop in Prag im November 2022 ging der ÖEHV eine Partnerschaft mit dem Play Fair Code ein, einer Initiative für saubere und manipulationsfreie Wettkämpfe, die vom österreichischen Sportministerium unterstützt und finanziert wird.
"Wir haben ein Programm umgesetzt, das Seminare und Workshops mit allen unseren Nationalteams (männlich und weiblich), Schiedsrichter:innen, Spieler:innen und Trainer:innen unserer internationalen U18- und U20-Ligen sowie Mitarbeiter:innen des Österreichischen Eishockeyverbands umfasst", erklärt Timo Gless.
"In einer anderen Säule, Missbrauch und Belästigung, haben wir bereits mit 100% Sport zusammengearbeitet", führt der ÖEHV-Mitarbeiter weiter aus. 100% Sport ist eine vom österreichischen Sportministerium gegründete und finanzierte gemeinnützige Organisation für ein sicheres und integratives Umfeld im Sport. "Seitdem haben wir diese Beziehung vertieft. Dazu gehören regelmäßige Treffen und Workshops gemeinsam mit anderen Integritätsbeauftragten aus verschiedenen Sportverbänden in Österreich sowie die Umsetzung und Aktualisierung unserer Richtlinien, Verhaltenskodizes und Vorschriften."
Mit Hockey is Diversity, einer deutschen Non-Profit-Organisation, weiß der ÖEHV einen Partner an seiner Seite, der sich mit Diskriminierung, Rassismus, Sexismus und Homophobie im Eishockey beschäftigt. Die Erfahrung mit diesen Themen, insbesondere in der Welt des Eishockeys, soll dabei helfen, das Umfeld für alle Teilnehmer:innen zu verbessern. Auch hierzu dienen Workshops mit den Nationalmannschaften und die Umsetzung in den Trainerausbildungen, um den nächsten Schritt in der Präventionsarbeit zu setzen.
"Insgesamt haben wir seit August 2022 große Verbesserungen im ÖEHV Integrity Programm vorgenommen, das sich ständig weiterentwickelt und immer mehr Aufmerksamkeit benötigt, da das Wort Integrität im Sport immer präsenter wird“, erklärt Timo Gless.
Ein wesentlicher Bestandteil dieser Verbesserung ist die Inspiration durch andere Länder und die Anleitung durch die IIHF.
"Die IIHF hat uns Integrity Officers mit Workshops für die verschiedenen Säulen, Best-Practice-Modellen von anderen MNAs oder internationalen Organisationen und Einblicken von IIHF-Partnern unterstützt", so Gless. "Naomi Bloetjes, IIHF Integrity Officer, ist gemeinsam mit der IIHF-Rechtsabteilung eine ständige Unterstützung für unsere Integritätsagenda und hilft bei möglichen Fällen oder Vorfällen."
Obwohl das ÖEHV-Meldesystem bisher noch keine schwerwiegenden Fälle erhalten hat, ist man sich bewusst, dass noch viel Arbeit zu leisten ist, bevor man mit Zuversicht sagen kann, dass das System wie vorgesehen funktioniert. Dazu bedarf es einer breiteren Akzeptanz bei allen Beteiligten.
Eine der größten Herausforderungen in Österreich sei, das Thema Integrität in den Vereinen, bei Trainer:innen und Eltern ins Gespräch zu bringen, Timo Gless: "Es scheint, als wüssten alle um die Bedeutung von Integrität im Sport, aber niemand will wirklich darüber reden. Die verschiedenen Programme und Initiativen werden allgemein akzeptiert, aber es ist eine andere Sache, sich zu engagieren und aktiv etwas für die Prävention zu tun. Alle Teilnehmer:innen an unserem Sport müssen verstehen, dass Prävention eines der wichtigsten Instrumente der Integrität ist."
Nicht darüber zu reden, oder das Thema gar generell zu vermeiden, hilft nicht. Diese Botschaft will man den Trainer:innen, Eltern, Spieler:innen, Schiedsrichter:innen und allen anderen am Eishockeysport Beteiligten vermitteln, um das Gespräch in den Vereinen in Gang zu bringen und das Wort Integrität zu normalisieren.
Alle weitere Informationen finden Sie unter: https://www.eishockey.at/oehv-integrity
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