ÖEHV

Frauen-Nationalteam verliert A-WM-Premiere gegen Tschechien

Das ÖEHV-Frauen-Nationalteam musste sich zum Auftakt seiner ersten A-WM der Nummer drei der Welt mit 1:4 geschlagen geben. Kapitänin Anna Meixner hatte Österreich in Esbjerg zunächst sogar in Führung gebracht.

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Österreichs Torhüterin Selma Luggin liegt nach einem Gegentor gegen Tschechien auf dem Eis, dahinter jubeln tschechische Spielerinnen.IIHF

22 Jahre nach dem ersten WM-Auftritt in der Division III stand das ÖEHV-Frauen-Nationalteam erstmals auf der größten Bühne: Zum Auftakt der IIHF Women’s World Championship 2026 in Esbjerg (Dänemark) unterlagen die Österreicherinnen Tschechien nach großem Kampf mit 1:4.

Das Team von Teamchef Alexander Bröms zeigte dabei eine mehr als respektable Leistung, obwohl Tschechien bei den Torschüssen mit 46:12 klar überlegen war. Nicht zur Verfügung standen Verteidigerin Charlotte Wittich (Sabres St. Pölten) und Stürmerin Emma Pfeffer (Merrimack College). Unter dem Publikum in der Hockey Arena Esbjerg waren auch rund 30 mitgereiste Österreicher:innen.

Mit Tschechien wartete zum Auftakt gleich die beste europäische Nation: Die Tschechinnen lagen vor dem Turnier auf Platz drei der IIHF-Weltrangliste und damit zehn Ränge vor Österreich. Bei den Weltmeisterschaften 2022 und 2023 holten sie jeweils Bronze, 2024 und 2025 verpassten sie als Vierte nur knapp eine weitere Medaille. Bei den Olympischen Spielen in Mailand scheiterten sie im Viertelfinale knapp mit 0:2 an Schweden.

Traumstart für ÖEHV-Frauen

Österreich erwischte einen guten Start in die Partie und kam bereits in der 3. Minute zu einem ersten Powerplay. In der 8. Minute belohnten sich die Österreicherinnen nach einem kraftvollen Angriff: Theresa Schafzahl bediente Kapitänin Anna Meixner, die mit ihrem Tempo um die tschechische Verteidigung kurvte und die Scheibe durch die Beine von Torhüterin Klara Peslarova zum 1:0 schob.

Gegen Ende des ersten Drittels erhöhte Tschechien den Druck. Selma Luggin hielt die Führung zunächst mit einigen wichtigen Paraden fest, in der 19. Minute war sie jedoch geschlagen: Die Österreicherinnen konnten die Scheibe nicht aus der eigenen Zone befreien, Klara Hymlarova traf auf Vorlage von Kapitänin Aneta Tejralova zum 1:1. Mit diesem Spielstand ging es auch in die erste Pause, auch bei den Torschüssen war die Partie mit 6:10 noch recht ausgeglichen.

Gleich zu Beginn des zweiten Drittels war Luggin erneut gefordert: In der 21. Minute entschärfte sie nach einem schnellen Angriff der Tschechinnen den Abschluss von Adela Sapovalivova mit einer tollen Parade.

Kurz darauf bot sich Österreich erneut im Powerplay die Chance zur neuerlichen Führung: Zunächst fand Theresa Schafzahl eine gute Schussgelegenheit vor, in der 23. Minute traf Anna Meixner nur die Stange. In der 26. Minute durften die Österreicherinnen erneut in Überzahl ran und kamen auch dabei zu guten Schussgelegenheiten, ein Treffer blieb ihnen aber verwehrt.

Unglücklicher Gegentreffer

In der 32. Minute überstanden die Österreicherinnen eine Unterzahl schadlos. Kurz darauf folgte aber ein bitterer Gegentreffer: Luggin wehrte in der 34. Minute einen Distanzschuss von Natalie Mlynkova zunächst ab, die Scheibe prallte jedoch über Annika Fazokas ins Tor zur 2:1-Führung für Tschechien. Kurz vor der zweiten Pause kassierte Österreich eine weitere Strafe und ging damit in Unterzahl ins Schlussdrittel.

Auch im Schlussdrittel war Luggin sofort gefordert: In der 41. Minute parierte sie eine gute Chance von Michaela Pejzlova stark. In der Folge erhöhte Tschechien den Druck immer weiter, im Schlussdrittel kamen die Österreicherinnen lange zu keinem einzigen Torschuss. Sie hielten aber kämpferisch dagegen und warfen sich in zahlreiche Schüsse.

Doch irgendwann wurde der Druck zu groß: In der 53. Minute traf Katerina Mrazova auf Vorlage von Adela Sapovalivova und Natalie Mlynkova zum 3:1 für Tschechien, bei diesem Schuss war Luggin ohne Abwehrchance. Damit war die Vorentscheidung gefallen.

Rund 1:40 Minuten vor dem Ende versuchte es Österreich noch einmal mit sechs Feldspielerinnen und nahm dafür Luggin vom Eis. Mrazova nutzte das in der 59. Minute mit ihrem zweiten Treffer ins leere Tor zum 4:1-Endstand. Zur besten Spielerin Österreichs wurde Torhüterin Selma Luggin gewählt, die 42 Schüsse parierte.

Morgen wartet Deutschland

Bereits am Samstag (19:00 Uhr, live in ORF SPORT +) trifft das Frauen-Nationalteam im zweiten Gruppenspiel auf Deutschland, die Nummer sieben der Weltrangliste. Die vier besten Teams jeder Fünfergruppe ziehen ins Viertelfinale ein.

Selma Luggin, ÖEHV-Torhüterin: "Ich glaube, es war ein super Spiel zum Reinstarten. Das erste Drittel würde ich jeden Tag wieder so machen, da haben wir gezeigt, dass wir auf dieses Niveau gehören und mitspielen können. Dann haben wir uns mit den Strafen ein bisschen das Leben schwer gemacht, aber ich finde trotzdem, dass wir hinten sehr kompakt gespielt haben. Es gibt viele Dinge, die wir morgen genauso wieder machen können, aber sicherlich auch Dinge, an denen wir bis morgen noch arbeiten können und die wir dann hoffentlich besser umsetzen."

Spielbericht

IIHF Women’s World Championship 2026
Österreich – Tschechien 1:4 (1:1, 0:1, 0:2)
Hockey Arena Esbjerg, Esbjerg, Dänemark, Publikum: 415

Tore:

  • MEIXNER (Schafzahl) (07:03)
  • HYMLAROVA (Tejralova) (18:55)
  • MLYNKOVA (Cajanova, Mrazova) (33:27)
  • MRAZOVA (Sapovalivova, Mlynkova) (52:22)
  • MRAZOVA (58:41/EN)

Strafminuten: 10 bzw. 6

Österreich: Selma Luggin (Magdalena Luggin); Fazokas – Matzka, Schröfl – Billa, Tekin – Mörtl, Nagy; Meixner – Lintner – Schafzahl, Dauböck – Hofbauer – Trummer, Picka – Grascher – Obermayr, Kutzer – Linzbichler – Beiter, Suppan

Die weiteren ÖEHV-Spiele

  • Samstag, 7. November, 19:00 Uhr: Deutschland – Österreich (ORF SPORT + ab 18:55 Uhr)
  • Montag, 9. November, 19:00 Uhr: Österreich – USA (ORF SPORT + ab 18:55 Uhr)
  • Dienstag, 10. November, 19:00 Uhr: Schweiz – Österreich (ORF SPORT + ab 18:55 Uhr)