Alexander Bröms: "Wir fahren nach Dänemark, um Spiele zu gewinnen"
Erstmals ist Österreich bei einer A-WM der Frauen dabei. Nationaltrainer Alexander Bröms über den Kader, Gina Kingsbury und die Gruppengegner.
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GEPA/Michael KristenÖEHV: Servus, Alexander! Vor rund drei Wochen absolvierte unser Frauen-Nationalteam in Klagenfurt den vorletzten Lehrgang vor der historischen A-WM in Dänemark. Welche Eindrücke konntest du von der Mannschaft gewinnen?
Alexander Bröms: Ich denke, dass wir an diesen vier Tagen als Gruppe extrem gut arbeiten konnten. Wir haben bewusst etwas mehr Spielerinnen mitgenommen als üblich, um ein möglichst umfassendes Bild der Mannschaft zu erhalten. Diese Eindrücke halfen uns enorm bei der finalen Kader-Nominierung für die Weltmeisterschaft.
Der Kader für die WM wurde inzwischen veröffentlicht. Worauf hast du dich bei der Zusammenstellung fokussiert?
Wir haben Spielerinnen gesucht, die dem Tempo und der Intensität einer A-WM gewachsen sind und auf dem Eis den Unterschied machen. Ein starker Kader ist aber mehr als die Summe der 25 besten Einzelspielerinnen – er muss als Team funktionieren. Deshalb haben wir uns bei jeder Spielerin gefragt, welche Rolle sie übernehmen kann und wie sie der Mannschaft damit hilft. Am Ende mussten wir einige sehr schwierige Entscheidungen treffen.
Eine wichtige Rolle bei der Kader-Nominierung spielte sicherlich die neue Sportdirektorin Gina Kingsbury. Wie konnte sie sich bereits einbringen?
Bei Gina merkt man, dass sie sowohl als Spielerin als auch als Sportdirektorin bereits sehr viel Erfahrung gesammelt hat. Sie hat sich von Anfang an in allen Bereichen eingebracht und mit ihrer positiven Energie für neuen Schwung in der Mannschaft gesorgt. Außerdem versteht sie es, Menschen zusammenzubringen und gemeinsam Lösungen zu finden, egal welche Herausforderung auf einen wartet. Diese Fähigkeiten werden uns in Dänemark enorm helfen.
Du hast bereits die Zeit in Dänemark angesprochen. Dort ist Österreich vom 6. bis 16. November zum ersten Mal in der Geschichte bei einer A-WM der Frauen vertreten. Wie groß ist die Vorfreude bei dir persönlich?
Ich bin jetzt seit vier Jahren Nationaltrainer der Frauen und von Beginn an war der Aufstieg in die höchste Liga unser großes Ziel. Mit harter Arbeit haben wir das geschafft. Nun wollen wir zeigen, dass wir zu Recht mit den Besten auf dem Eis stehen. Und eines ist klar: Wir fahren nach Dänemark, um Spiele zu gewinnen.
Doch bevor es losgeht, steht vom 30. Oktober bis 4. November in Villach noch der letzte Feinschliff für die Weltmeisterschaft an. Welche Schwerpunkte möchtest du als Trainer setzen?
Zum einen wollen wir unsere Spielzüge so oft wie möglich trainieren und in den Linien die richtige Chemie finden. Zum anderen ist es für uns als Staff die letzte Chance, noch an kleinen Schrauben zu drehen. Wir wissen, dass uns eine schwere Gruppe erwartet. Umso wichtiger ist es, dass wir Villach optimal nutzen und bestens vorbereitet nach Dänemark fahren.
In der von dir erwähnten Gruppe warten mit Tschechien, den USA, Deutschland und der Schweiz absolute Top-Nationen auf die Mannschaft. Gib uns einen kleinen Einblick in deine Gedanken zu den jeweiligen Gegnern.
Tschechien hat eine gute Mannschaft, die sehr stark an der Scheibe ist. In den letzten Jahren waren sie immer knapp an der Bronzemedaille dran, dementsprechend wird es spannend zu sehen sein, ob sie den nächsten Schritt gemacht haben. Über die USA muss man, denke ich, nicht viel sagen: Sie sind amtierender Olympiasieger und gehören seit Jahren zu den absoluten Top-Nationen im Frauen-Eishockey. Gegen sie wird es vor allem darauf ankommen, dem hohen Tempo standzuhalten. Mit Deutschland haben wir uns zuletzt öfter gemessen und waren eigentlich immer auf Augenhöhe. In solchen Spielen musst du als Mannschaft voll da sein und deine Chancen eiskalt nutzen. Gegen die Schweiz haben wir noch nie gespielt, ihre Stärken kennen wir aber. Letztlich haben wir es selbst in der Hand, ob wir unsere Ziele erreichen.
Stichwort Ziele: Die besten vier Teams der Gruppe ziehen ins Viertelfinale ein, der Fünfte spielt gegen den Fünften der Parallelgruppe um den Klassenerhalt. Wann wäre die WM für dich ein Erfolg?
Jetzt zählt für uns nur die Gruppenphase. Wir versuchen, den Sprung ins Viertelfinale zu schaffen – alles andere sehen wir dann, wenn es so weit ist.



