Erfolgreicher Neustart für Para-Eishockey

Sieg und Niederlage gegen Finnland!

Seit knapp zwei Jahren besitzt Österreich wieder ein Para-Eishockeyteam und welch großes Talent und Potential in dieser Mannschaft steckt, stellte man in den beiden Freundschaftsspielen, Freitag und Samstag, gegen Finnland unter Beweis. Freitagabend überraschte man den B WM-Teilnehmer mit einem 5:4-Sieg nach Penaltyschießen, Samstagabend revanchierten sich die Gastgeber mit einem 3:0. 

"Wir haben an diesem Wochenende viel gelernt und das war auch der Grund, warum wir hierhergekommen sind. Wir wussten, wenn man ein Projekt beginnt, dann wird es auch Rückschläge geben. Gestern ist es super gelaufen, heute war so ein Rückschlag. Aber daraus lernen wir und werden die nächsten Trainingslehrgänge gut angehen", ist General Manager Martin Kogler zufrieden mit dem Neustart. Für das neu formierte Para-Eishockey Nationalteam waren es die ersten Freundschaftsspiele und man kam als großer Underdog nach Vierumäki (FIN).

Finnland stand erst kürzlich bei der B-WM am Eis, dementsprechend ging man ohne Erwartungshaltung oder Druck in diese beiden Partien. "Wir haben nicht gewusst was uns erwartet. Es war sehr schwer, sich etwas auszurenchen da wir bislang noch keine Spiele absolviert haben", erklärt Martin Kogler.

Im ersten Spiel Freitagabend mussten sich die Österreicher zunächst an das hohe Tempo gewöhnen. Mit Fortdauer fand man immer besser ins Spiel und konnte im ersten Drittel sogar den Führungstreffer erzielen. Im Mitteldrittel wurde man dann ein wenig nachlässig, was die Finnen mit einem Doppelschlag eiskalt bestraften. Doch das Team raufte sich in der Pause nochmals ordentlich zusammen und erzielte verdient den 2:2-Ausgleichstreffer. Ein Schlüssel zum Erfolg, Martin Kogler: "Es ist gelungen, die Fehler wieder abzustellen." Nach Penaltyschießen setzte man sich schließlich 5:4 durch und feierte gleich den ersten Sieg im ersten Spiel beim Neustart. 

Samstagabend trat Finnland so auf, wie Martin Kogler es eigentlich erwartet hatte und setzte sich klar 3:0 durch: "Wir haben gewusst, dass sie mit extremer Power zurückkommen. Wir haben sie sicher mit unserem Sieg gestern hart getroffen. Sie haben heute das gezeigt, was wir uns eigentlich schon gestern erwartet haben. Wir haben unser Bestes gegeben, aber Finnland war heute die stärkere Mannschaft."

Mit einem Sieg und einer Niederlage gegen eine Nation wie Finnland zum Start darf man dennoch mehr als zufrieden sein. Die nächsten Ziele sind zudem bereits gesteckt, Martin Kogler: "Wir wollen uns von Minute zu Minute, von Spiel zu Spiel verbessern. Der nächste Schritt wird sein, dass wir an einem 4-Nationen-Turnier teilnehmen, oder sogar selbst eines ausrichten und wir haben vor an der WM teilzunehmen. Dafür werden wir demnächst die Formulare ausfüllen und in der untersten Klasse, der C-WM starten. Von dort weg wollen wir uns nach oben arbeiten, dort wo Finnland bspw. steht." 

Freundschaftliche Länderspiele - Para-Eishockey

Finnland vs. Österreich 4:5 n.P. (0:1, 2:0, 0:1)
Fr., 08. Oktober 2021, 16:00 Uhr, Vierumäki

Finnland vs. Österreich 3:0
Sa., 09. Oktober 2021, 20:00 Uhr, Vierumäki

Regelwerk Para-Eishockey

Gespielt wird auf einer normalen Eisfläche mit 5 gegen 5 Feldspielern plus jeweils einem Tormann. Die Spieler sitzen in einem für sie angepassten Schlitten mit zwei Kufen und einer Sitzschale und nutzen zwei kurze Stöcke. Auf einer Seite der Stöcke sind Spikes angebracht um sich fortzubewegen, auf der anderen Seite befindet sich eine Schlägerkelle, um den Puck zu spielen. Der Spieler ist mit Gurten fest in der Sitzschale fixiert und kann durch Gewichtsverlagerungen den Schlitten lenken. Das Spiel besteht aus drei Drittel welche jeweils 15 Minuten dauern. Ansonsten sind die Regeln größtenteils dieselben wie beim Eishockey.

Da Para Eishockey eine Kontaktsportart ist, tragen die Spieler eine komplette Schutzausrüstung, welche aus Helm mit Gesichtsschutz, einem Schulterschutz, einem Ellbogenschutz, Handschuhe, Eishockeyhose und Beinschutz besteht. Der Tormann hat zusätzlich noch einen Brustschutz und einen Fanghandschuh sowie eine Tormannmaske.