Österreich startete gegen Slowenien mit Goalie David Kickert in die Partie. Florian Vorauer war als Back Up im Line Up. Rot-Weiß-Rot hatte nach wenigen Sekunden durch Marco Kasper die Führung auf dem Schläger, Lukáš Horák im slowenischen Kasten hielt mit einer guten Abwehr.
Österreich agierte überlegen und kam zu weiteren Chancen, ein Schuss von Bernd Wolf aus guter Position war zu zentral auf das Tor platziert. In einer längeren Unterzahl-Phase mit zwei Strafen hintereinander kassierte Österreich das 0:1, Blaž Gregorc zog ab und Paul Stapelfeldt fälschte den Schuss ab (10.).
Die Slowenen konnten das Match nun offener gestalten und hatten auch Chancen, aber Österreich gelang der Ausgleich: In einem blitzschnellen Konter legte Peter Schneider perfekt auf Dominic Zwerger, der aus kurzer Distanz zum 1:1 traf (14.). Im ersten Powerplay übernahm Marco Kasper volley, Horák wehrte mit Glück ab. Kurz vor Drittelende streifte ein Schuss von Lukas Kainz die Querlatte, wieder fehlten ein paar Zentimeter zur Führung.
Die erste Topchance im zweiten Abschnitt hatte Peter Schneider nach einem schönen Pass von Dominic Zwerger, wieder rettete Sloweniens Keeper Horák. Nach einem hohen Stock von Brian Lebler folgte eine heikle Phase mit einer vierminütigen Überzahl für die Slowenen. Österreich spielte ein starkes Penaltykilling, gegen Ende der Unterzahl packte David Kickert einen super Fanghand-Save aus.
Wenig später kassierte Österreich die nächste Strafe, dieses Mal musste Peter Schneider ebenfalls wegen hohen Stocks raus. Im Gegenzug musste auch ein Slowene auf die Strafbank. Danach bei Fünf gegen Fünf auf dem Eis waren die Österreicher weiterhin überlegen und die bessere Mannschaft. Peter Schneider hatte nach Pass von Thimo Nickl das 2:1 auf der Schaufel, scheiterte einmal mehr an Horák. Dann hatte Österreich eine Überzahl, agierte sehr druckvoll, aber die Scheibe ging nicht über die Linie.
Die ÖEHV-Auswahl war auch zu Beginn des dritten Abschnitts klar überlegen, Vinzenz Rohrer vergab aus kurzer Distanz die große Chance zur Führung. Österreich hatte die nächste Powerplay-Gelegenheit, Marco Kasper hatte bei einem Stangenschuss Pech, Dominic Zwerger feuerte einen guten Schuss ab. Bei Fünf gegen Fünf spielte Lukas Haudum auf Brian Lebler, der zur hochverdienten 2:1-Führung abfälschte (51.).
Die Slowenen schlugen zurück: Robert Sabolič traf bei einer angezeigten Strafe gegen Österreich zum 2:2-Ausgleich (54.). Beiden Teams gelang kein weiterer Treffer, das Match ging in die Overtime, in der Thomas Raffl nach einem Alleingang die große Chance auf den Sieg vergab. Auch Slowenien hatte Chancen auf den zweiten Punkt, David Kickert rettete in letzter Not.
Lukas Haudum hatte wenige Sekunden vor Ende der Overtime den Sieg auf der Schaufel, es blieb beim 2:2, das Match musste im Penaltyschießen entschieden werden. Dort trafen Lukas Haudum, Dominic Zwerger und Benjamin Baumgartner. David Kickert hielt alle slowenischen Versuche. Österreich hatte das Ziel "Dritter Sieg bei der WM" erreicht.
Head Coach Roger Bader war mit seinem Team zufrieden, haderte mit den vielen vergebenen Torchancen in der regulären Spielzeit: "Dass es ein hartumkämpftes Spiel werden wird, das war keine Überraschung, das haben wir gewusst. Weil die Slowenen haben gewusst, dass ihre WM eigentlich erst heute mit dem Spiel gegen uns und mit dem Spiel morgen gegen Frankreich beginnt. Das sind ihre beiden Spiele, in denen sie den Klassenerhalt holen wollen, von daher haben sie gekämpft. Allerdings muss man schon sagen, wir haben den Sieg natürlich verdient, weil wir haben so viele Torchancen gehabt. Wir sollten das Spiel schon nach 60 Minuten gewonnen haben, wir hatten zwei Stangenschüsse und unzählige A-Qualitätschancen gehabt. Von daher bin ich happy, dass wir den Sieg geholt haben, wir hätten verdient, ihn früher zu holen wegen der vielen Torchancen!"
Bader machte schon einen Ausblick auf das Match gegen Lettland am Dienstag: "Wir nehmen aus der Partie das Selbstvertrauen mit, dass wir auch das zweite Ziel erreicht haben mit dem dritten Sieg - das ist auch neu. Jetzt versuchen wir natürlich, alles reinzuwerfen gegen Lettland. Wir haben immer gesagt, dass wir gegen Lettland ein sogenanntes Plusspiel haben wollen, das mehr erreichen kann als die ersten beiden Ziele ‚Klassenerhalt‘ und ‚drei Siege‘, das ist möglich. Wir können mit einem Sieg gegen Lettland auf zehn Punkte kommen und dann müssen wir ein bisschen schauen, was die anderen machen. Aber vielleicht haben wir Glück. Jetzt geht’s darum, zu regenerieren - Recover und Refocus - das gleiche Motto, um dann am Dienstag eine großartige Partie gegen Lettland zu spielen!"
Goalie David Kickert sah ein schwieriges Match gegen die Slowenen: "Es war brutal, wir haben die meiste Zeit in ihrem Drittel verbracht und dann kommen sie halt mit den Konterchancen. Das ist eins der schwierigsten Spiele, die man so spielen kann. Und dass es bis zum Ende so knapp war, macht’s halt umso schwieriger dann. Wir haben heute nicht unser Spiel gespielt, wir sind nicht eisgelaufen, wir haben keine Hits gemacht. Positiv ist, dass jetzt die Chancen auf’s Viertelfinale noch da sind, die zwei Punkte nehmen wir gerne!"
Auch Benjamin Baumgartner ließ Selbstkritik anklingen: "Das war unsere schlechteste Partie bis jetzt, wir hätten das Spiel schon viel früher entscheiden sollen. Wir haben eher einen Punkt verloren, aber wir müssen jetzt vorwärtsschauen. Die Slowenen haben hinten dicht gemacht, wir haben zu viele Strafe genommen im zweiten Drittel, das hat uns auch ein bisschen den Rhythmus genommen. Wir haben so gute Chancen gehabt, es hat ein bisschen an der Effizienz gefehlt!"
Am Dienstag geht’s gegen Lettland um den Viertelfinal-Einzug
Nach einem Tag Ruhepause folgt am Dienstag ab 12:20 Uhr in der Avicii Arena der große Showdown um den Viertelfinal-Einzug gegen Lettland, live zu sehen auf ORF 1. Die Letten bezwangen die Slowakei mit 5:1 und sind auf Rang vier mit neun Punkten, Österreich ist Fünfter mit sieben Punkten. Das heißt, Österreich braucht am Dienstag einen Sieg nach 60 Minuten für den Einzug ins Viertelfinale.