Tagebuch aus Vierumäki

Benjamin Baumgartner und Theresa Naemi Schafzahl reisten am Samstag nach Vierumäki, um an der finalen Ausscheidung der "Skills Challenge" für die 2. Youth Olympic Winter Games teilzunehmen.

Benjamin Baumgartner (Jahrgang 2000/HC Davos) und Theresa Naemi Schafzahl (Jahrgang 2000/Landesleistungszentrum Steiermark Süd/Graz99ers) sind ausgewählt, das österreichische Eishockey von 5. bis 10. Juli 2015 in Vierumäki/Finnland in der letzten Qualifikationsphase der "Skills Challenge" zu vertreten.

37 Burschen und 31 Mädchen – von Südamerika bis Neuseeland – kämpfen in sechs verschiedenen Disziplinen um 15 Tickets für die 2. Youth Olympic Winter Games, die von 12. bis 21. Februar 2016 in Norwegen stattfinden.

Folgende sechs Fertigkeiten werden bei der "Skills Challenge" von den Athleten gefordert:
Schnellste Runde
Schussgenauigkeit
Flinkheit beim Skating
Schnellster Schuss
Passgenauigkeit
Scheibenkontrolle

Mit einem Tagebuch berichten die beiden österreichischen Spieler vom Erlebnis der "Skills Challenge" in Vierumäki.

Tag 1: Anreise nach Vierumäki
Benjamin fliegt um ca. 15:15 Uhr von München direkt nach Helsinki. Theresa kommt aus Graz und erwischt rechtzeitig den Anschluss mit Benjamin nach Helsinki. Durch die Zeitverschiebung von einer Stunde landen die beiden Athleten um ca. 18:45 Uhr in Helsinki und werden dort vom österreichischen Damen-Nationalteam-Trainer Pekka Hämäläinen erwartet.

Abendessen und Zuwarten auf andere Athleten aus Asien, Weißrussland, Lettland, Kroatien, Slowenien verzögert die Weiterreise nach Vierumäki auf ca. 22:00 Uhr hinaus. Kurz vor Mitternacht kommen die beiden österreichischen Jugendlichen endlich ins Bett. Die Organisation verlief aber perfekt: Empfang am Flughafen durch eine "Außenstelle" des Internationalen Eishockeyverbandes, Transfer nach Vierumäki, Aufteilung und Unterbringung in die Zimmer, Bekanntgabe des Ablaufs für den ersten Trainingstag.

In der ersten Nacht darf von der Teilnahme an den Jugendspielen geträumt werden. Um die 15 Startplätze (Veranstalter Norwegen bekommt jeweils einen Fixplatz) kämpfen bei den Mädchen 31 Nationen, bei den Burschen sind es deren 37. Die 15 punktebesten Jugendlichen (Einzelpunkte der sechs Skills-Bewerbe werden zusammengezählt) erhalten das Ticket für die Youth Olympic Games 2016.

Tag 2: Erste Trainingseinheiten
Aufstehen und Frühstück um 8:00 Uhr, gemeinsames Trockentraining aller  Athleten am angrenzenden Fußballplatz. Am späten Vormittag werden die Regeln und der Ablauf der ersten beiden von insgesamt sechs Skills, die zu absolvieren sind, erklärt.

Es gibt noch keine Setzliste, es treten jeweils zwei Spieler gegeneinander an, abhängig von der alphabetischen Auflistung der teilnehmenden Länder. Österreich (Austria) hat Belgien (Belgium) als Gegner, obwohl es eigentlich Belarus (Weißrussland) sein sollte.

Dieser erste Probedurchlauf der sechs Skills bis Mittwoch dient zum Erstellen der Setzliste für die offiziellen Abschlusstests, die von Mittwoch bis Freitag durchgeführt werden. Ob diese dann schon im K.o.-Modus durchgeführt werden oder wie in der Proberunde im Parallel-Betrieb ist noch nicht bekannt.

Sonntagsprogramm
1) Fastest Lap

Die Zeit für eine Runde wird gemessen, gestartet wird an der roten Linie mit Rückwärtslaufen, nach einer halben Runde wird auf Vorwärtslaufen gewechselt. Strafen in Form von Zeitzuschlägen werden bei Berührungen der "Hütchen" und beim Umwechseln auf Vorwärtslaufen (zu früh oder zu spät, die Transition Zone befindet sich genau zwischen roter und blauer Linie) ausgesprochen.

2) Shooting Accuracy
Die Spieler haben 30 Sekunden Zeit, aus einer Entfernung von sieben Meter die vier Eck-Öffnungen eines Shooters zu treffen. Dabei erhalten die Spieler den Puck abwechselnd von zwei Passgebern, die rechts und links vom Tor stehen. Gemessen wird die Zeit für alle vier Treffer und bei Überschreitung der 30 Sekunden die Anzahl der Treffer (jedes getroffene Eck zählt nur einmal).

Ergebnisse sind keine bekannt, auch die Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Skills sind nicht klar. Theresa verliert das Duell gegen Belgien und kassiert eine Strafe wegen einer zu frühen Transition. Benny gewinnt sein Duell gegen den Belgier, der stürzt. Beim Zielschiessen haben die beiden, wie auch viele andere, ein wenig zu kämpfen und erzielen je zwei Treffer, wobei Theresas Treffer Nummer zwei mit ihrem letzten Schuss innerhalb der 30 Sekunden gelingt.