Führungswechsel in der Steiermark

Kurt Eschenberger steht nach 31 Jahren Präsidentschaft im Steirischen Eishockeyverband nicht mehr zur Verfügung.

1987 trat Kurt Eschenberger das Amt des Präsidenten des Steirischen Eishockeyverbandes (STEHV) an und bekleidete diese Funktion bis zum heutigen Tage – ganze 31 Jahre! – und ist damit der längst dienende Präsident im organisierten Sport der Steiermark.

Nun lässt der Kapfenberger aber wissen, dass er beim Verbandstag am 19. Juni in Kapfenberg nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Eschenberger kann einen Verband übergeben, der gut strukturiert ist und zu den größten in Österreich gehört. Mit den Hobbyligen der Steiermark wäre die Steiermark die klare Nummer 1.

Diverse Errungenschaften des Eishockeys sowie zig Veranstaltungen wurden von Eschenberger in der Steiermark geleitet und auch so manche Vorreiterrolle nahm der STEHV unter seiner Führung ein. Aber nicht nur in der Steiermark, sondern auch im Österreichischen Eishockeyverband fungierte Eschenberger als Vorstandsmitglied von 2004 bis 2012.

Bekannt als kritische Stimme, die vor allem an der Umsetzung von Projekten und innovativen Ideen interessiert war, scheute er auch keine Diskussion und war stets für seine akribische Vorbereitung und sachliche Argumentation bekannt. Das steirische Eishockey muss nun seinen größten Kämpfer und Gestalter vorgeben – Kurt Eschenberger hinterlässt große Fußstapfen, die es nun gilt auszufüllen.

Wie es aber immer seine Art war verlässt er den STEHV nicht ohne seine Nachfolge geregelt wissen zu wollen und ordentlich zu übergeben und so wurde sein Vizepräsident Dr. Philipp Hofer als Nachfolger vorgeschlagen. Eschenberger: "Für mich ist es aus mehreren Gründen der richtige Zeitpunkt aufzuhören. Es fällt einem natürlich nicht immer leicht, eine Funktion, welche man über 31 Jahre mit Herzblut ehrenamtlich ausgeübt hat, weiter zu geben. Mit Dr. Philipp Hofer hatte ich seit Jahren einen Vizepräsidenten an meiner Seite, der die auf ihn zukommenden Aufgaben dadurch genau kennt. Als ehemaliger Eishockeyprofi kennt er alle Facetten dieses Sports und verfügt über ein sehr gutes Netzwerk. Ich bin froh, dass ich einen profunden Nachfolger finden konnte, der mit seinen Ideen den STEHV auch gut in die Zukunft führen wird."

Auszeichnungen und Ehrenzeichen von Kurt Eschenberger
- Sportehrenzeichen in Silber der Stadt Kapfenberg
- Goldenes Fördererehrenzeichen des Steirischen Schiverbandes
- Silbernes Ehrenzeichen für besondere Verdienste um den Österreichischen Eishockeysport
- Das Goldene Sportverdienstzeichen des Landes Steiermark
- Verleihung des Ehrenringes der Landessportorganisation Steiermark
- Das Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark für besondere Verdienste

Torhüter Bernhard Starkbaum wurde nach seinem 100. Länderspiel von ÖEHV-Präsident Mag. Gernot Mittendorfer und ÖEHV-Vizepräsident Dr. Philipp Hofer (r.) geehrt.

Torhüter Bernhard Starkbaum wurde nach seinem 100. Länderspiel von ÖEHV-Präsident Mag. Gernot Mittendorfer und ÖEHV-Vizepräsident Dr. Philipp Hofer (r.) geehrt.

Philipp Hofer ist seit der IIHF Damen Weltmeisterschaft 2009 im Vorstand des STEHV und auch kurz darauf zum Vizepräsidenten ernannt worden. Seit Juni 2016 ist der 39-jährige Grazer bereits Vizepräsident im ÖEHV und soll nun am 19. Juni die Nachfolge von Eschenberger antreten.

Hofer begann mit sechs Jahren mit dem Eishockeysport und konnte, nach diversen Juniorennationalteameinsätzen sowie EM- und WM-Einsätzen, auch in Graz und Kapfenberg in seiner Profikarriere zwei Nationalligameistertitel (1998 und 1999) feiern. Nach Beginn seines Medizinstudiums spielte er noch lange in der dritten Leistungsstufe und in diversen Steirischen Verbandsligen, wo er auch diverse Meistertitel sammeln konnte.

Nun istHofer Assistenzarzt im UKH Graz und trotz seines jungen Funktionärsalters bereits durchaus erfahren. Er schloss den BSO Sportmanager ebenso wie sein Diplom für Sportmedizin ab und war auch bei den Graz99ers bis zu seiner Wahl als ÖEHV Vizepräsident drei Jahre im Vorstand.

"Ich fühle mich sehr geehrt, dass Präsident Eschenberger mir seine Nachfolge zutraut und ich für den Verbandstag eine Wahlliste anführen darf. Ich hoffe auf breite Unterstützung der Vereine und dem steirischen Eishockey und werde viel Enthusiasmus und Leidenschaft in dieses Amt legen. Es gibt im steirischen und auch österreichischen Eishockey noch sehr viel zu tun und ich habe schon einige sehr konkrete Ideen. Im Besonderen gilt es den Nachwuchs massiv in Quantität und Qualität zu steigern und eine bestmögliche Ausbildung zu gewährleisten. Hierbei sind aber auch die Fördergeber stark gefordert um nicht nur Lippenbekenntnisse sondern auch Nachwuchsarbeit auf internationalem Niveau zu bieten. Der Weg geht in die richtige Richtung und diesen müssen wir nun mit aller Kraft weiter gestalten. Ich freue mich schon sehr die Verantwortung dafür zu übernehmen und setze mir dafür hohe Ziele."

Weiters will Hofer aber auch den Unterbau so professionell wie möglich organisieren und die Landesverbandsligen stärken. "Wir werden in den nächsten vier bis sechs Jahren schwere Zeiten erleben, da wir hier Löcher in den Jahrgängen haben, die vor zehn Jahren durch diverse Umstände entstanden sind. Diese Zeit gilt es so gut wie möglich zu übertauchen und aus den nun folgenden Jahrgängen Eishockeyspieler herauszubringen, die dem Sport in mannigfaltiger Weise erhalten bleiben – als Profispieler, in den Landesverbandsligen, als Trainer oder Schiedsrichter oder auch als Funktionäre oder auch nur als glühende Eishockeyfans – es soll niemand verloren gehen und der Eishockeyfamilie erhalten bleiben."