Gemeinsame Anstrengungen bringen uns weiter

An diesem Wochenende hielt der Österreichische Eishockeyverband mit Beteiligung der Erste Bank Eishockey Liga eine Klausur ab. Die Analyse zeigte, dass beim ÖEHV Bedarf nach einer Überarbeitung seiner strukturellen Grundlagen und Organe besteht.

Wie am Rande der 75. IIHF Weltmeisterschaft in Kosice verkündet, hat der Österreichische Eishockeyverband Bemühungen in Gang gesetzt, um eine koordinierte und aktive Weiterentwicklung des österreichischen Eishockey- und InLine-Hockeysports zu ermöglichen.

Die vorliegende Analyse durch das Beratungsunternehmen Contrast Management-Consulting hat vor allem Bedarf nach einer aktiven Beschäftigung mit strategischen und strukturellen Themen im Eishockey ergeben. Eine allzu passive und isolierte Haltung der Akteure, dies wurde ersichtlich, birgt in einem grundsätzlich chancenreichen Umfeld erhebliche Gefahren des Stillstands.

Dort, wo langfristiges und gemeinsames Denken und Handeln notwendig gewesen wären, sind in der Vergangenheit im österreichischen Eishockey oftmals partielle und kurzfristige Interessen verfolgt worden (z.B. durch ständige Querschüsse zwischen Erste Bank Eishockey Liga und ÖEHV). Die Kommunikation zwischen den wichtigsten Akteuren war nicht immer von Konstruktivität geprägt und zu sehr ausschließlich von Fragen des Tagesgeschäfts dominiert. Bestehende Konzepte mit einer mittelfristigen Perspektive sind nicht ausreichend konsequent umgesetzt worden.

Der ÖEHV hat als Folge daraus in einer zweitägigen Klausur am 18. und 19. November mit Beteiligung der EBEL seinen Grundauftrag hinterfragt und diesen auf den neuesten Stand gebracht. Als Ergebnis dieser Diskussion sieht der ÖEHV seinen Kern demzufolge darin, auf Basis der Regelung und Administration des Spielbetriebs verstärkt für Innovationen und Serviceleistungen im Eishockey zu sorgen. Über eine enge Zusammenarbeit mit Vereinen will der Verband stärker Spielerinnen und Spieler erreichen. Dabei sieht sich der Verband in der täglichen Arbeit in einer Dreiecksbeziehung voller Wechselwirkungen mit Vereinen sowie SpielerInnen.

In der Klausur wurden, unter Betrachtung vergleichbarer bzw. erfolgreicher Eishockeynationen (u.a. Schweiz, Frankreich, Deutschland, Dänemark), folgende strategische Themen identifiziert, mit denen sich der ÖEHV gemeinsam mit der EBEL, Vereinen und Experten in den nächsten Wochen intensiv auseinandersetzen wird:

- Sportliche Qualitätsstandards: Umfasst z.B. die Entwicklung einer österreichischen Eishockeyphilosophie, eine langfristige Terminplanung, Etablierung eines Sportdirektors
- Nachwuchsförderung
- Trainerentwicklung
- Förderung der Wettbewerbsfähigkeit: Klare Zielsetzungen für den sportlichen Erfolg
- Optimierung der Infrastruktur: Unterstützung der Vereine über Lobbying, Vernetzung und Know-How
- Vermarktung und die Generierung von Mitteln

Für diese Bereiche wurden in der Klausur bereits strategische Eckpunkte abgesteckt. Nun sollen diese in zwei Arbeitsgruppen im Detail ausgearbeitet und mit konkreten Zielen, Maßnahmen und Messgrößen ausgestattet werden.

Die Analyse zeigte ebenfalls, dass beim ÖEHV selbst Bedarf nach einer Überarbeitung seiner strukturellen Grundlagen und Organe besteht. Der Verband hat sich daher in der Klausur zum Ziel gesetzt, eine den strategischen Anforderungen gerecht werdende Aufbau- und Ablauforganisation zu definieren und Realität werden zu lassen.

Die definierten strukturellen Themen betreffen u.a.
- die Rolle des Vorstandes als oberstes Leitungsorgan im ÖEHV,
- die Aufwertung der Generalversammlung als partizipatives Basisorgan für den Leistungs- und Breitensport,
- die Frage der notwendigen Kompetenzen und der internen Lenkung des Verbands sowie
- die Aufgabenteilung zwischen ÖEHV und der EBEL.

Eine Strukturgruppe wird sich in den nächsten Wochen intensiv mit der Erarbeitung einer neuen strukturellen Grundlage sowie der Konzeption eines Umsetzungszeitplans beschäftigen. Diese Maßnahmen sollen, neben einer Straffung und Beschleunigung der Entscheidungsprozesse, zu einer verbesserten Kommunikation und Transparenz des Verbands beitragen.

Mit diesen strukturellen Maßnahmen wird der ÖEHV bis zum nächsten Jahr die Voraussetzungen für eine Umstrukturierung in einen zeitgemäßen und zukunftsorientierten Sportverband erreichen, deren Umsetzung dann Schritt für Schritt in die Wege geleitet werden muss.

Die beschriebenen strategischen und strukturellen Zielsetzungen sollen die inhaltliche Basis für einen nachhaltigen Aufschwung des österreichischen Eishockey- und InLine-Hockeysports bieten. Für die konsequente Umsetzung dieser Überlegungen und die erfolgreiche Gestaltung der Zukunft des österreichischen Eishockeysports wird ein gemeinsames und koordiniertes Engagement der Akteure sowie der Ressourcen notwendig sein.

Um diesen Grundsatz von Beginn an sowohl im Denken als auch im Handeln zu berücksichtigen, sollen diese Initiativen bereits im Ansatz gemeinsam zwischen ÖEHV und EBEL vereinbart werden. Nur dadurch kann aus heutiger Sicht ihr Erfolg in der Umsetzung und damit konkrete Ergebnisse für den österreichischen Eishockey- und InLine-Hockeysport realisiert werden.