Dem Leben entrissen - Mike Herzog ist tot

Als ich am Montag dieser Woche die Zeitung durchblätterte, fiel mir ein Artikel über den Tod eines Skifahrers aus Zell am See auf, der am Tag davor in Lech am Arlberg nach einem schweren Sturz einen Genickbruch erlitten hatte.

Zwanzig Minuten später ein Anruf:  Josef "Joe" Pentz, der Ehrenpräsident der Eisbären aus Zell am See, teilte mir erschüttert mit, dass es sich bei dem Toten um den 58-jährigen dreifachen Familienvater, erfolgreichen Bauunternehmer und 71-fachen Eishockey-Internationalen DI Michael Herzog handelte.

Mir selbst als alten Fan und Begleiter des EKZ war "Mike" schon als Nachwuchsspieler der Zeller bekannt. In der Bundesligasaison 1968/69, der EKZ war wieder in den Kreis der Elite zurück gekehrt, wurde er in den Kader der Kampfmannschaft aufgenommen.

Nach einer einjährigen Pause spielte der Verteidiger 1971/72 nochmals für seinen Stammverein in der Bundesliga. 1972 übersiedelte Herzog des Studiums wegen nach Graz und wurde beim ATSE Graz zum Fixpunkt in der Abwehr.

Er feierte zwei Meistertitel mit den Grazern (1975, 1978), wechselte dann nach deren Abstieg 1979 zum Kapfenberger SV und ein Jahr später zum HC Salzburg. Für die Mozartstädter verteidigte er bis zu deren Konkurs 1982, womit auch seine Laufbahn zu Ende ging.

In den folgenden Jahren verstärkte er die Zeller "Oldies" und war auch als Funktionär beim Verein tätig. Insgesamt brachte es Herzog auf 382 Meisterschaftseinsätze in der Bundesliga (26 Tore, 73 Assists, 99 Punkte, 263 Strafminuten).

Bereits am 27. November 1973 gab Herzog sein Debüt im Nationalteam, dem er bis 1982 mit 71 Einsätzen (1 Tor, 6 Vorlagen, 7 Punkte, 38 Strafminuten) angehörte. Mike stand sechsmal im WM-Aufgebot (1974, 1975, 1976, 1977, 1979 und 1982) und nahm auch an den Olympischen Spielen 1976 in Innsbruck teil.

Für seine Familie, seine Mitarbeiter im Betrieb, seine Freunde und die Zeller Eishockeyfans ist sein plötzliches Ableben ein Schock. Seine Liebe zum Eishockey möge in seinem Sohn Stefan, Stürmer bei den Graz 99ers, weiterleben.

Der österreichische Eishockeysport hat eine große Persönlichkeit verloren. Wir alle, die ihn kannten und schätzten, drücken unser Mitgefühl aus und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.