Red Bulls zwingen Schweizer Meister im "Schlusssprint" in die Knie

Ein guter Start sieht anders aus. Beim letzten Gruppenspiel der Red Bulls in der Central Division der European Trophy in Bern (SUI) war gerade etwas mehr als eine Minute gespielt, als Ryan Gardner nach einem schönen Pass allein vorm Goalie zum Schießen ka

Auch vor zwei Jahren beim bislang einzigen Aufeinandertreffen ging Bern in der zweiten Minute in Führung, damals durch einen Treffer des jetzigen Salzburger Stürmers Ramzi Abid. Die Schweizer machten weiter Druck, die Red Bulls brauchten nach dem frühen Gegentreffer lange, sich etwas zu befreien und ins Spiel zu finden. In der neunten Minute hatte Kapitän Thomas Koch den Ausgleich auf dem Schläger, schoss aus kurzer Distanz aber in die Fanghand des Berner Goalies. Die besseren Möglichkeiten bis zur ersten Pause hatten aber die Schweizer, die Goalie Reinhard Divis und seine Vorderleute ordentlich beschäftigten.

Im zweiten Abschnitt wirkten die Red Bulls wesentlich strukturierter und brachten die Scheibe jetzt öfter gefährlich vor das gegnerische Gehäuse. Erst eine Salzburger Strafenserie ab der 26. Minute ließ Bern wieder ins Salzburger Verteidigungsdrittel kommen. Das kraftraubende Unterzahlspiel rächte sich, in der 30. Minute erhöhte der Schweizer Meister mit zwei Mann mehr auf dem Eis auf 2:0. Geschlagene elf Minuten verbrachten die Salzburger in Unterzahl mit reiner Verteidigungsarbeit, um wenigstens noch die letzten drei Minuten des Mittelabschnitts bei gleicher Teamstärke auf dem Eis bzw. sogar noch in Überzahl zu spielen. Zum Anschlusstreffer reichte es nicht mehr, es ging mit dem 0:2-Rückstand für die Red Bulls zum zweiten Mal in die Kabinen. Auch kurz nach Beginn des Schlussabschnitts mussten die Red Bulls ein Unterzahlspiel überstehen, konnten bei einem schnellen Konter aber den ersten Treffer anbringen. Mario Fischer traf mit einem schönen Distanzschuss von der linken Seite.

Danach drückten sofort die Schweizer wieder wie schon in den zwei Abschnitten davor dem Spiel ihren Stempel auf, die Red Bulls kamen aber immer wieder zu gefährlichen Entlastungsangriffen. Ein solcher hätte auch fast den Ausgleich gebracht, doch Ryan Duncans Treffer zählte nicht, da das Tor verschoben wurde. In den letzten Minuten kamen die Red Bulls plötzlich noch einmal stark auf und brachten die Schweizer in Bedrängnis. Und diesmal griff die letzte mögliche taktische Maßnahme: bei 5:3-Überzahl ging Goalie Reinhard Divis vom Eis für einen sechsten Feldspieler, und Thomas Koch traf 18 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit fast von der blauen Linie zum 2:2-Ausgleich, der die Verlängerung erzwang. Dort spielten die Salzburger weiter in Überzahl, und Marco Pewal drehte die Partie schließlich endgültig und traf zum 3:2-Sieg der Red Bulls in Bern. Der Österreichische Meister bezwang damit den Schweizer Meister, der aber über weite Strecken den stärkeren Eindruck machte, mit einem starken Finish und freut sich über einen schönen Abschluss der Regulation Round.

EUROPEAN TROPHY | REGULATION ROUND
SC Bern - EC Red Bull Salzburg 2:3 (1:0, 1:0, 0:2) n.V.

Tore: Gardner (2.), Furrer (30./PP2) resp. Fischer (46.), Koch (60./PP2), Pewal (63./PP)