Ein Zebra aus Leidenschaft

Martin Labitzke ist der neue Obmann der österreichischen Eishockeyschiedsrichter und übernimmt mit sofortiger Wirkung die Agenden des Schiedsrichterreferates.

Martin Labitzke ist der neue Obmann der österreichischen Eishockeyschiedsrichter und übernimmt mit sofortiger Wirkung die Agenden des Schiedsrichterreferates.

Eigentlich wollte sich Martin Labitzke am 30. November in den Ruhestand begeben. Das galt sowohl für den Beruf, er ist Polizist, als auch als Obmann der heimischen "Eis-Zebras". Doch die Kollegen überredeten den umsichtigen Chef zur Widerkandidatur.

"Ein Grund, warum ich wieder angetreten bin, ist die Solidarität, die mir die Schiedsrichter entgegengebracht haben", so der neue „Referee in chief“. Der 59-Jährigen setzte sich bei dieser Briefwahl gegen seinen Mitstreiter Werner Ott durch. Von den 253 wahlberechtigten Schiedsrichtern machten 181 von ihrem Wahlrecht Gebrauch (entspricht einer Wahlbeteiligung von 71,54 %). Bei einer ungültigen Stimme entfielen auf Martin Labitzke 143 und auf Werner Ott 37 Stimmen. Der Kärntner, der das Amt bereits letzte Saison interimistisch übernommen hatte, hat sämtliche Stationen, die es in einem Eishockeyleben geben kann, bereits durchlaufen. Der Vater dreier Kinder war neun Jahre im Kärntner Eishockeyverband als Schiedsrichter Obmann tätig, spielte selbst Eishockey und absolvierte ebenso erfolgreich die Trainerausbildung.

Insgesamt stellte sich Martin Labitzke bisher 27 Jahre in den Dienst des Eishockeys. Als internationaler Linesman und Bundesligaheadschiedsrichter bringt er viel wertvolle Erfahrung mit. Der Neo Obmann freut sich auf die kommenden Aufgaben: „Es ist sicher nicht leicht, alles unter einen Hut zu bringen. Im Spiel kann es nur einen Sieger geben, in der Meisterschaft nur einen Meister. Wir sehen uns nicht unbedingt als Schiedsrichter, sondern als Spielleiter, die schauen, dass das entsprechende Reglement eingehalten wird“.

Auch in den Bundesländern wurde gewählt und brachte durchwegs Neuerungen mit sich. In Wien zum Beispiel setzte sich Roland Six mit einer einzigen Stimme gegen Mikael Carlsson durch. Keine Veränderungen gab es in Salzburg und in der Steiermark, wo weiterhin Anton Fersterer und Peter Gotthardt das Ruder fest in der Hand haben. Zum ersten Mal in der österreichischen Geschichte wählte Oberösterreich mit Petra Deisenhammer eine Frau zum Obmann bzw. zur Obfrau. In Kärnten setzte sich Michael Baumer gegen Ex EBEL Headschiedsrichter Reinhard Kowalczyk durch. Niederösterreich wählte Kurt Neuwirth als seinen neuen Obmann. Auch im Westen wurden die Posten neu besetzt. In Tirol war der einzige Kandidat Jürgen Leiter und Vorarlberg wählte Werner Farmer.