"Wir sperren keine NHL-Spieler aus!"

Die IIHF Weltmeisterschaft 2015 in der Tschechischen Republik ist zwar noch einige Monate entfernt, dennoch möchte der Österreichische Eishockeyverband Medienberichte der vergangenen Woche klarstellen.

Die zweite Länderspielpause des Internationalen Eishockeyverbandes (IIHF) steht kurz bevor, die Gerüchteküche um die österreichische Nationalmannschaft brodelt. Alpo Suhonen, Sportdirektor des Österreichischen Eishockeyverbandes (ÖEHV), möchte die Medienberichte der vergangenen Woche kommentieren und dabei einige Dinge klarstellen, die nicht den tatsächlichen Umständen entsprechen.

Die österreichischen Spieler aus der National Hockey League werden nicht von der Nationalmannschaft ausgesperrt und erhalten je nach Verfügbarkeit die Chance, an den Titelkämpfen in Prag teilzunehmen.

Mit dem ersten Meeting der österreichischen Nationalmannschaft in der letzten Woche in Salzburg wurde der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft gelegt. "Die Nationalmannschaft ist das Premium-Produkt des österreichischen Eishockeysports. Langsam hat sich das auch in den Köpfen von Spielern, Trainern und Vereinen festgesetzt. Leider gibt es noch immer einige Personen, die den diversen Eishockey-Nationalmannschaften keinen hohen Stellenwert beimessen. Durch den internationalen Auftritt erhalten die Spieler jedoch mehr Erfahrung und mehr Aufmerksamkeit, das ihnen wiederum in ihrer Karriere weiterhilft. Spiele für die Nationalmannschaft sind kein notwendiges Übel, sondern ein großer Pluspunkt im Lebenslauf."

Die österreichischen Spieler aus der National Hockey League (Thomas Vanek, Michael Grabner und Michael Raffl) werden nicht von der österreichischen Nationalmannschaft ausgeschlossen. "Derzeit steht ja noch in den Sternen, ob diese drei Spieler mit ihren Vereinen in das Play-off kommen oder nicht. Wenn es absehbar wird, dass sie das Play-off verpassen werden, nehmen wir sicher Kontakt mit Spielern, Klubs und Agenten auf. Die Tür für die Nationalmannschaft und die IIHF Weltmeisterschaft steht ihnen offen, sofern sie dann auch für uns spielen wollen."

Der ÖEHV wird bei der Euro Ice Hockey Challenge in Slowenien einer jungen Nationalmannschaft die Chance geben, sich auf internationalem Niveau zu beweisen, und der ÖEHV wird damit seinen im April eingeschlagenen Weg der Heranführung von jüngeren Spieler an die Nationalmannschaft fortsetzen. "Das ist durchaus üblich, dass im ersten Break der Saison, junge Spieler zum Einsatz kommen, die sich aufgrund ihrer guten Leistungen in den ersten Wochen der Meisterschaft einen Platz im Team verdient haben. Wir haben in Österreich sicher 35 bis 40 Spieler, die sich für einen Platz in der Nationalmannschaft empfehlen können. EC Red Bull Salzburg und EV UPC Vienna Capitals, die im November das Achtelfinale der Champions Hockey League bestreiten und daher keine Spieler für das Nationalteam abstellen müssen, haben auch einige Kandidaten in ihren Reihen. Im Februar werden dann andere Spieler eine Chance erhalten. Mitte April bei der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft werden auch routinierte Spieler dabei sein. Junge Spieler gehören bei Vorbereitungsturnieren an das höhere Niveau herangeführt, um am Ende der Saison bei der Weltmeisterschaft nicht davon überrascht zu werden. Dies ist unsere nächste Generation, die es sich verdient hat, im Nationalteam zu spielen."

Die Bezahlung der Nationalteamspieler ist stets ein Thema, das polarisiert. Vor der Saison wurde diesbezüglich ein Treffen mit den verantwortlichen Nationalteamtrainern abgehalten und gemeinsam ein Entschluss gefasst. "Wir versorgen die Spieler während unserer gemeinsamen Zeit rund um die Uhr. Wir sorgen für ihre Anreise zum Treffpunkt, koordinieren Flug- und Buszeiten. Für die Anreise sowie für die Verpflegung ab dem ersten Treffpunkt muss kein Spieler selbst aufkommen. Mit dem Trainerteam haben wir uns darauf verständigt, dass wir erst ab der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft im April 2015 zusätzlich Taggelder und Prämien auszahlen, die höher als in den letzten Jahren sein werden."

Der Betreuerstab neben den Trainer Daniel Ratushny, Dieter Kalt, Christoph Brandner und Reinhard Divis wurde vor Saisonbeginn erweitert und neu strukturiert. Gerald Wimmer wird als neuer Video Coach zur Verfügung stehen und den Spielern regelmäßig Informationsmaterial wie Videoclips und Präsentationen übermitteln. Damit sind die Nationalteamspieler jederzeit über aktuelle Spielsysteme, Analysen des Gegners wie auch vergangene Spielszenen bestens informiert. Mit Dr. Gerhard Oberthaler leitet eine Person zentral die Einsatzzeiten und –gebiete von Ärzten und Physiotherapeuten, die sich um das Nationalteam kümmern. "Die Betreuung wird noch einen Schritt professioneller. Die Spieler erhalten damit von ärztlicher Seite und bei physiotherapeutischen Maßnahmen bestmögliche Unterstützung, um ihre Leistung zu einhundert Prozent abzurufen."

Euro Ice Hockey Challenge in Slowenien
3. bis 8. November 2014, Hala Tivoli, Ljubljana
Spielplan
06.11.2014, 16:00 Uhr: Österreich – Weißrussland
06.11.2014, 20:00 Uhr: Slowenien – Japan
07.11.2014, 16:00 Uhr: Japan – Österreich
07.11.2014, 20:00 Uhr: Slowenien – Weißrussland
08.11.2014, 14:30 Uhr: Weißrussland – Japan
08.11.2014, 18:30 Uhr: Slowenien – Österreich (live ORF Sport+ und LAOLA1.tv)