Vorbereitung auf Pee-Wee-Turnier

Nach der Absage eines Turniers in Prag versucht sich das U13-Nationalteam mit einem Lehrgang auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten.

Nachdem das traditionelle Christmas-Tournament von Prag wegen zahlreicher Absagen nicht stattfinden konnte, hat Nachwuchsreferent Wolfgang Ebner kurzfristig einen Trainingslehrgang mit zwei Testspielen gegen die kroatische Auswahl (Jahrgang 1997) organisieren können.

Darüber zeigt sich der Head Coach des österreichischen 98er-Jahrgangs Wolfgang Kontschieder gar nicht unglücklich, findet er so die Möglichkeit vor, dem absoluten Saisonshöhepunkt Quebec, dem weltgrößten und wichtigsten Nachwuchsturnier in dieser Altersstufe, der Mannschaft den nötigen Feinschliff zu verpassen.

Am ersten Tag waren zwei eineinhalbstündige Trainingseinheiten am Eis angesagt, die zum Hauptziel hatten, mit temporeichem Passspiel, Reize zu setzen, um die bevorstehenden internationalen Aufgaben bestmöglich zu meistern.

Das Tempo wurde im Laufe der beiden Einheiten immer besser, das Umschalten von der Offensive in die Defensive (und umgekehrt) immer effizienter und Kontschieder zeigte sich nach anfänglicher Skepsis am Ende der Einheiten zufrieden.

Er resümiert: "Die Burschen haben die teilweise neuen und komplexen Übungen konzentriert absolviert und nach anfänglichen Abstimmungsschwierigkeiten sehr gut umgesetzt. Man sieht die gute Arbeit in den Vereinen, denn die Spieler haben das Potential, hohes Tempo zu gehen, ohne dass die Qualität der Pässe und des taktischen Verhaltens darunter leidet. Es wurden kleinere taktische Varianten geübt, um das große Plus dieser Mannschaft noch weiter zu stärken. Das große Plus ist die auffällige Geschlossenheit dieses Jahrgangs. Alleingänge sind äußerst selten und es wird immer versucht möglichst schnörkellos und mannschaftsdienlich nach vorne zu spielen."

Während der Eispause und nach dem zweiten Training nutzte Kontschieder die Zeit, um den Spielern einige Defensiv- und Offensivkonzepte zu präsentieren, die den Spielern die Möglichkeit geben, gegnerische Spielweisen erkennen und dementsprechend reagieren zu können.

"Je mehr Optionen ich als einzelner Spieler und als Mannschaft habe, desto flexibler kann ich das eigene Spiel gestalten und desto unangenehmer wird es für den Gegner", erklärt Kontschieder.

Ein weiterer Tagesschwerpunkt war das Thema: Quebec, was kommt auf uns zu?

Herr Gross, der seit 18 Jahren das jeweilige U13-Team (U13 wird in Übersee "Pee Wee" genannt) nach Quebec begleitet, konnte durch seinen wirklich reichen Erfahrungsschatz einen wichtigen Beitrag dazu leisten und verstand es, die Spieler durch kleine Geschichten und Anekdoten zu begeistern, unter anderem war er mit Vanek, Grabner, Nödl, Pöck oder Setzinger schon unterwegs.

Im Anschluss daran wurden einige Videos dieses prestigeträchtigen Turniers gezeigt, um den Spielern eine ungefähre Ahnung davon zu geben, was sie im eishockeyvernarrten Kanada erwartet.

Auf die Spieler wartet nichts anderes als das Pepsi-Coloseum, das unglaublichen 17.000 Menschen Platz gewährt und wo bei jedem Spiel dieses Turniers mindestens 2.000 bis 3.000 Zuschauer darauf warten, diesen jungen Burschen ihre Begeisterung zu zeigen.

Dieser Umstand bedeutet für die verantwortlichen Trainer natürlich eine gezielte Vorbereitung. Coach Kontschieder versucht es so zu umschreiben: "Als Spieler ist es eine einmalige Gelegenheit im Leben vor so einer kolossalen Kulisse zu spielen. Es gibt zwei Möglichkeiten damit umzugehen: Entweder erstarre ich vor Angst oder ich heiße diese Chance willkommen und nehm die positive Energie des Publikums in mir auf und bring sie in mein Spiel. Genieße den Moment, denn er kommt nie wieder. In diesem Alter an diesem Ort zu spielen ist ein Privileg und wird unvergessen bleiben. Du hast es verdient hier zu sein, genieße es und gib Vollgas!"

Mental wird noch weiter daran gearbeitet, verspricht Kontschieder, jeder Spieler der dabei ist hat es durch eigene harte Arbeit geschafft und es verdient an diesem einmaligen Erlebnis teilhaben zu dürfen, das muss in jedem Spieler bei Turnierbeginn fest verankert sein.