IIHF Kongress bringt Neuerungen

Im Rahmen des IIHF Kongresses in Portoroz (SLO) wurden diese Woche einige zukunftsweisende Änderungen beschlossen. Unter anderem wird es eine Euro Hockey Challenge mit den 12 Topnationen geben und der Spielmodus der IIHF Weltmeisterschaft wird geändert.

Euro Hockey Challenge ab 2011

Die 12 europäischen Top Eishockeynationen werden in den Saisonen 2010/11 und 2011/12 einen neuen Bewerb im Vorfeld der Weltmeisterschaften austragen, die sogenannte Euro Hockey Challenge. Diese Challenge soll vor allem den zwischen 5 und 12 klassierten Teams die Möglichkeit geben, sich mit den Top 4 zu messen und dadurch soll auch das Niveau insgesamt enger aneinandergeführt werden.

Bereits im April 2011 wird diese Form der WM-Vorbereitung erstmals umgesetzt werden. Das bedeutet auch für die Österreichische Nationalmannschaft sechs Testspiele gegen Topnationen. Bei der Erstauflage der Euro Hockey Challenge trifft das Team von Bill Gilligan je zweimal auf Deutschland, die Slowakei und Lettland.

„Mit diesem Beschluss der Euro Challenge haben die Top Eishockeynationen und der IIHF einen Schritt in die Zukunft gesetzt“, berichtet ÖEHV Präsident Dr. Dieter Kalt. „Was bisher fast nicht möglich war, wird dadurch möglich gemacht. Es wird die Statistik wie bei einer Meisterschaft geführt und ein Pokal ausgespielt um auch einen dementsprechenden sportlichen Ansporn sicher zu stellen. Die Ernsthaftigkeit dieses Unternehmens wurde auch schon dadurch unter Beweis gestellt, dass diese Vereinbarung bereits jetzt auf zwei Jahre abgeschlossen wurde. Es liegt jetzt an uns, diese Chance zu ergreifen und uns sportlich auf ein höheres Niveau zu bringen.“

U20 Nationalteam mit noch besseren Spielen
Positive Nachrichten gibt es auch für das U20 Nationalteam, das in der kommenden Saison auch an der Nationalliga teilnimmt, zu vermelden. Denn mit Weißrussland, Dänemark und Lettland wurde für die kommenden drei Jahre eine Vereinbarung für ein 4-Nationenturnier, jeweils im November IIHF Break beschlossen, was vom ÖEHV Vorstand als wichtiger Schritt gesehen wird. „Ich bin sicher, dass durch diese Möglichkeiten, die der U20 eingeräumt werden, es auch hier zu einem sportlichen Fortschritt kommen wird“, freut sich Präsident Dr. Kalt über die auf zumindest drei Jahre garantierten sportlich hochwertigen Spiele. In dieselbe Kerbe schlägt auch Vizepräsident und U20 Referent Peter Schramm. „Wie orientieren uns nach oben. Unser Ziel ist es, nicht nur alle 5 Jahre bei der A-Weltmeisterschaft dabei zu sein und haben uns daher den A-Nationen angeschlossen. Dieses Jahr haben wir als fünftes Team sogar Finnland dabei. Die Spieler sollen dadurch ein höheres Niveau erreichen, um eine Chance zu haben, auch in der höchsten heimischen Liga zu spielen.“
 

Neuer WM Modus
Zwar noch nicht bei der kommenden IIHF Weltmeisterschaft in der Slowakei 2011, dafür aber ab dem Jahr 2012 wird der teilweise umstrittene Modus geändert. Die Zwischenrundengruppen werden abgeschafft und es geht nach der Vorrundengruppe direkt mit dem Viertelfinale weiter. Statt wie bisher vier Gruppen, wird es zwei Achtergruppen geben. Die jeweils besten Vier kommen ins Viertelfinale, der jeweils Gruppenletzte steigt ab. Auch die Division I wird neu strukturiert: Sie wird in eine Gruppe A und B leistungsmäßig aufgeteilt. Das bedeutet, dass in der Division I, Gruppe A die Mannschaften 17 bis 22 der Weltrangliste teilnehmen und darunter in der Gruppe B die Teams 23 bis 28. Die zwei besten Mannschaften der Gruppe A steigen in die Topdivision (vormals „A-Gruppe“) auf. „Auch über die zukünftige Organisation der Weltmeisterschaft hat es ein Einvernehmen unter allen anwesenden Delegierten gegeben. Mit der Neuordnung will man erreichen, dass zum einen mehr Spiele stattfinden und zum anderen es zu einer intensiveren sportlichen Auseinandersetzung in den Divisionen I, II und den nachfolgenden Divisionen kommt.“

Analog zur Senioren Weltmeisterschaft wird dieses Prinzip auch für die U20, die U18 und die Damenweltmeisterschaft angewendet werden. Für Österreichs U20 bedeutet dies eine stärkere Konkurrenz in der Division I, ab dem Spieljahr 2011/12. Es wird auch nur noch einen Aufsteiger aus der Division I in die Topdivision geben.

Petition an die CHL (Canadian Hockey League)
„Im Anschluss an diese Neuerungen hat es weiteres Meeting gegeben, wobei alle 12 an der Euro Hockey Challenge teilnehmenden Nationen eine Petition unterfertigt haben, die an den Kanadischen Eishockeyverband und an die Canadian Hockey League gerichtet wird, dass künftig das Abwerben europäischer Eishockeyspieler nach Kanada eingeschränkt wird“, berichtet Präsident Dr. Dieter Kalt abschließend noch vom letzten Beschluss beim IIHF Kongress.