Vancouver oder Boston?

Nach vier Jahren kämpft wieder eine kanadische Mannschaft um den Gewinn des Stanley Cups. Doch außerhalb der Provinz British Columbia scheint kaum Anhängerschaft für Vancouver vorhanden.

In der Nacht auf Donnerstag beginnt in Vancouver das Stanley-Cup-Finale (Best of Seven) zwischen den Canucks und den Boston Bruins.

Während es für die Kanadier nach 1982 und 1994 - noch kein Triumph - erst das dritte Endspiel ist, sind die US-Amerikaner schon ein alter Hase in Sachen Finalteilnahme.

Zum bereits 18. Mal steht Boston in den Finals (zuletzt 1990), Stanley Cups gab es für das "Original Six"-Team aber bisher nur fünf (1929, 1939, 1941, 1970, 1972).

In der aktuellen Endspielserie wird Vancouver favorisiert, da die Canucks neben der besten Offensive und der besten Defensive auch noch die besten "Special Teams" in ihren Reihen haben.

Mit dem Zwillingspaar Daniel und Henrik Sedin stehen zudem die besten Scorer der letzten beiden Saisonen bei den Canucks unter Vertrag. Die beiden Schweden wären bei einem Triumph die ersten Zwillinige, denen dieser Coup gelingen würde.

Für das Mutterland des Eishockey ist dieses Finale von ganz besonderer Bedeutung. Erstmals seit 2007 steht wieder eine kanadische Mannschaft im Endspiel. Den letzten Erfolg holten die Montreal Canadiens 1993.

Unterstützung aus ganz Kanada dürfen sich die Canucks aber nicht erhoffen: Denn Vancouver gilt aufgrund seines Standortes an der Westküste und aufgrund seiner multikulturellen Gesellschaft nicht als Liebling Kanadas.

Eines steht aber vor dem großen letzten Eishockey-Showdown der Saison schon fest: Es wird ein neues Mitglied im "Triple Gold Club" (Stanley Cup, WM-Gold, Olympia-Gold) geben.

Torhüter Roberto Luongo (Vancouver) und Stürmer Patrice Bergeron (Boston) haben zusammen WM- (2004) und Olympia-Gold (2010) gewonnen. Jetzt fehlt nur noch der Triumph in der National Hockey League.