Österreich im kleinen Finale

Ungarn-Trauma, 2. Teil: Nur vier Tage nach der 4:6-Niederlage bemüht sich das österreichische InLine-Hockey-Team bei der IIHF Weltmeisterschaft in Ingolstadt (GER) wiederum vergeblich, die Abwehrmauer des östlichen Nachbarn zu überwinden.

So bleiben am Ende ein 2:5 auf der Anzeigetafel und die Erkenntnis, als besseres Team dennoch "nur" gegen Kroatien um die Bronzemedaille im B-Pool spielen zu können.

Es gehört zur schönen Regelmäßigkeit bei dieser WM, dass die rot-weiß-rote Equipe gut in ein Spiel startet und auch das 1:0 erzielt. Diesmal ist es Daniel Oberkofler nach schöner Kombination mit Christian Dolezal und Philipp Winzig, der seine Farben in Führung schießt.

Dieser Vorsprung überdauert auch das erste Viertel, weil einerseits die Österreicher in der Folge das Spiel gut kontrollieren, andererseits die Ungarn nur selten das Tor von Lorenz Hirn gefährden.

Das zweite Viertel beginnt dann allerdings gleich mit zwei negativen Paukenschlägen: Nach nur 27 Sekunden überwindet Arnold Feil zum ersten Mal in diesem Spiel den österreichischen Tormann, Teamkollege Tamas Pilcsik legt nach nur 19 Sekunden zum 1:2 nach.

Es gelingt Baumgartner und Co danach zwar, das eigene Spiel wieder zu stabilisieren, doch zählbare Erfolge bleiben aus – im Gegenteil: Knapp drei Minuten vor der großen Pause nützt Zoltan Revak eine Unkonzentriertheit in der österreichischen Abwehr zum 3:1 für sein Team.

Dieser Vorsprung kommt natürlich jenem Spielsystem zugute, das die Ungarn am besten beherrschen und auf das sie auch in der Folge setzen. Sie rühren zunächst einmal mächtig Beton vor dem eigenen Tor an und warten geschickt auf Fehler des Gegners für schnelle Gegenstöße. Auch diesmal geht diese Taktik auf, auch wenn das Team Austria durch den Anschlusstreffer von Diethard Winzig nach 2:09 Minuten im dritten Viertel noch hoffen darf.

Im Schlussviertel unternehmen die Österreicher mit großem Einsatz alles, dem Spiel doch noch eine entscheidende Wende zu ihren Gunsten zu geben. Doch leider haben ihre Scharfschützen ihr Visier nicht gut eingestellt, um die sich bietenden Chancen auch zu Toren zu nutzen.

Besser machen es da die Ungarn, die 6:10 Minuten vor Schluss auf 4:2 davon ziehen. Noch einmal bietet sich die Möglichkeit, das Spiel zu drehen, doch  Oberkofler und Baumgartner schaffen es viereinhalb Minuten vor Schluss nach einem Wechselfehler der Ungarn vollkommen freistehend nicht, den Puck an Tamas Kiss vorbei zu bringen. Damit ist das Spiel gelaufen, das 2:5 ins leere Tor der Österreicher ist dann nur mehr Draufgabe.

Fazit: Zum zweiten Mal in vier Tagen schafft es das Team nicht, den ungarischen Abwehrriegel entscheidend zu überwinden. Dass tut deshalb besonders weh, weil man auch in dieser Partie besser als der Gegner ist und nun zusehen muss, wie die Magyaren gegen die Slowaken um den Aufstieg kämpfen.

Spielplan Division I
01.06.2012, 13:00 Uhr: Österreich – Japan 14:2 (3:0,4:0,3:1,4:1)
02.06.2012, 15:00 Uhr: Österreich – Neuseeland 9:6 (4:1,2:0,2:2,1:3)
03.06.2012, 19:00 Uhr: Österreich – Ungarn 4:6 (1:0,2:1,0:2,1:3)
Play-off
05.06.2012, 15:00 Uhr: Österreich – Australien 7:2 (2:1,1:0,1:1,3:0)
06.06.2012, 17:00 Uhr: Österreich – Ungarn 2:5 (1:0,0:3,1:0,0:2)