Österreich spielt um WM-Bronze

Lange Zeit sah es bei der InLine-Hockey-Weltmeisterschaft in Tschechien nach einem Finaleinzug für Österreichs Nationalteam aus. Doch anders als in den vorangehenden Partien konnte man diesmal nicht auf das Quäntchen Glück zählen und verlor gegen Ungarn a

Vom ersten Moment an entwickelte sich ein munteres Match mit deutlichen Spielvorteilen für das rot-weiß-rote Team, wobei man beiden Mannschaften das straffe Taktikkonzept anmerkte, das ihnen von ihren jeweiligen Betreuern mit auf das Feld gegeben wurde.

Da gerade vor dem Tor von beiden Seiten ein dichter Betonring aufgezogen wurde, waren richtige Chancen im ersten Viertel ausgesprochene Mangelware. Die beste davon vergab Gregor Baumgartner 30 Sekunden vor der Pausensirene nach schönem Alleingang.

Was an Toren im ersten Viertel fehlte, wurde dann im zweiten Abschnitt recht ordentlich nachgeholt. So startete das rot-weiß-rote Team gleich nach Beginn eine schöne Passfolge, die Lukas Draschkowitz nach "Zuckerpass" von Dominik Walchshofer mit dem 1:0 vollenden konnte.

Axel Riegler legte nach schöner Vorlage von Josi Riener und Marco Quinz nach 2:39 Minuten zum 2:0 nach und verschaffte damit seiner Truppe einen Zweitore-Vorsprung, der nach 3:57 Minuten nach einem Gewaltschuss von Marco Quinz sogar auf 3:0 anwuchs.

Wie wichtig dieser Polster war, zeigte sich zweieinhalb Minuten später: Denn nach einer Unachtsamkeit an der Bande konnte ein ungarischer Stürmer unbedrängt von halblinks Richtung österreichisches Tor ziehen. Sein Schuss klatschte Goalie Markus Schilcher auf die Maske, von dort auf den Schläger des ungarischen Torjägers David Szappanos und zum 3:1-Anschlusstreffer ins Tor.

Die Österreicher ließen sich dadurch aber nur wenig aus dem Konzept bringen und scorten nach 7:21 Minuten das vermeintliche 4:1 durch Josi Riener nach engagierter Umrundung des gegnerischen Tores.

Doch der Schiedsrichter versagte diesem nach angeblichem Verschieben des Drahtkastens seine Anerkennung. Auf der anderen Seite rettete Markus Schilcher mit einer Großtat den 3:1-Vorsprung in die Pause.

Auch nach Wiederbeginn blieb die ÖEHV-Auswahl die bessere Mannschaft auf dem Feld. Doch nach 1:59 Minuten die kalte Dusche: Einen schnellen Konter konnte Arnold Feil mit einem satten Schuss in die lange Ecke vollenden.

Und als nach 7:34 Minuten der beste Akteur am Feld, Josi Riener, wegen Hakens auf der Strafbank Platz nehmen musste, schien der Ausgleich nur mehr eine Frage der Zeit zu sein. Doch der Sperrriegel der Österreicher vor dem eigenen Tor hielt in dieser Phase perfekt.

Das sollte sich zumindest kurzfristig auszahlen: Denn zwei Sekunden vor Viertelende fasste sich Christoph Draschkowitz nach idealer Vorlage von Bruder Lukas und Andre Niec ein Herz, drehte sich um die eigene Achse und vollendete mit flachem Schuss am ungarischen Goalie Tamas Kiss vorbei. Mit einem sicheren 4:2 konnte man aus Sicht der Österreicher damit dem letzten Viertel eigentlich recht zuversichtlich entgegen sehen.

Doch genauso wie im Spiel gegen die Neuseeländer entglitt das Spiel den Österreichern leider in dieser entscheidenden Phase vollends: Nach einem kapitalen Schnitzer an de Mittellinie konnte nach 1:40 Minuten wiederum Arnold Feil den österreichischen Schlussmann zum 4:3-Anschlusstreffer überwinden.

Und als nach etwas mehr als 9:04 Minuten Zoltan Revak zum Ausgleich einschoss, wurde das erste Mal spürbar, dass das Glück diesmal vielleicht nicht im Lager der Österreicher sein könnte. Was sich nach 11:04 Minuten auch bitter bestätigte: Dem 4:5 der Magyaren durch David Szappanos folgte dann zwar noch ein Sturmlauf auf das ungarische Tor, doch der Sperrriegel vor dem Tor von Tamas Kiss hielt.

Damit geht es am Samstag im Kleinen Finale gegen Australien um die Bronzemedaille im B-Pool. Statt Österreich spielen nun die Ungarn gegen Großbritannien um den Aufstieg in den erlauchten Kreis der InLine-Hockey-Weltelite.

Team-Leader Wolfgang Nickel trauerte zwar der vergebenen Chance auf einen Finaleinzug nach, zog aber ein insgesamt positives Resümee über den Arbeitstag seiner Mannschaft: "Wir haben als deutlich bessere Mannschaft verloren, aber wirklich sehr gut und vor allem taktisch diszipliniert gespielt. Mir dieser Einstellung bin ich zuversichtlich, dass wir die Australier noch einmal schlagen und uns die Bronzemedaille holen."

Slowaken steigen ab

Im A-Pool steht für Aufsteiger Slowakei bereits vor dem letzten Spiel fest, dass es wieder zurück in den B-Pool geht: Nach beherztem Kampf musste man allerdings erst im Penaltyschießen den Finnen mit 6:7 den Vortritt lassen, wobei der mehrfache Weltmeister damit nur hauchdünn an einer negativen Mega-Überraschung vorbei schrammte.

Im Finale steht die Tschechische Republik, die Schweden nur im ersten Teil der Partie ein Mitspielen erlaubte und schlussendlich sicher 8:4 gewann. Zweiter Finalist ist wie erwartet Weltmeister USA, die in einer hochklassigen Abendpartie Kanada mit 4:2 bezwangen. Somit wiederholt sich in Pardubice die Finalpaarung aus dem letzten Jahr.

Österreich - Ungarn 4:5 (0:0,3:1,1:1,0:3)
Tore: Lukas Draschkowitz, Riegler, Quinz, Christoph Draschkowitz bzw. Szappanos (2), Feil (2), Revak