Mindeststrafe gegen Trattnig

Matthias Trattnig von EC Red Bull Salzburg wurde nach seinem Check gegen Harald Ofner (EV Vienna Capitals) im Halbfinale der Erste Bank Eishockey Liga für zwei Spiele unbedingt gesperrt.

Der Strafsenat der Erste Bank Eishockey Liga (Vorsitzender: Karl Korentschnig; Beisitzer: Bogdan Jakopic und Dr. Alexander Gruber) verhängt über Matthias Trattnig von EC Red Bull Salzburg wegen eines Checks zur Bande eine unbedingte Sperre für die Dauer von zwei Pflichtspielen und eine bedingte Sperre für die Dauer von zwei Pflichtspielen, dies unter Bestimmung einer Probezeit von zwei Monaten.

Die Begründung des Strafsenats:
"Der Spieler Matthias Trattnig führte als Verteidiger gegen den in einer geringen Entfernung zur Bande entlang laufenden Angreifer, nachdem die beiden Spieler eine kurze Strecke nebeneinander gelaufen waren, einen Check aus. Dabei wurde von Trattnig vornehmlich der Check mit der rechten Schulter gegen die linke Körperseite des Spielers Harald Ofner von Vienna Capitals ausgeführt. Offensichtlich in dem Bestreben, dem herankommenden Check auszuweichen, versuchte der Spieler Ofner mit einer raschen Körperdrehung nach rechts – sohin gegen die ursprüngliche Laufrichtung – unter gleichzeitigem Abbremsen einen körperlichen Kontakt zu vermeiden. Gerade in diesem Moment traf den Spieler Ofner die Wucht des Checks von Trattnig, wodurch die Drehbewegung abgebrochen und der Spieler Ofner ausgehoben und mit dem Kopf voran gegen die Bande geschleudert wurde. Durch die Wucht des Anpralls erlitt der Spieler Ofner eine Halswirbelsäulenzerrung bzw. Prellungen. Über den Spieler Trattnig wurde eine Matchstrafe verhängt.

Die Analyse mit Hilfe der Videoaufzeichnungen, auch in Slowmotion zeigt, dass ohne das Abdrehen des Spielers Ofner Trattnig einen regulären Check ausgeführt hätte. Somit ist aus Sicht des Strafsenates davon auszugehen, dass eine Verletzungsabsicht oder ein In-Kauf-Nehmen einer Verletzung von Seitens Trattnigs nicht vorgelegen hat. Dennoch ist nach dem Regulativ von einem Check gegen die Bande auszugehen. Da jedoch dieser Regelverstoß aus der Besonderheit des Bewegungsablaufes der beiden Spieler und der dabei entstehenden Kräfte folgt, war aus Sicht des Strafsenates einerseits mit der Mindeststrafe einer Sperre für vier Pflichtspiele auszugehen und andererseits mit einer bedingten Strafnachsicht vorzugehen. Da der Spieler Trattnig aber nicht unbescholten ist, konnte nur ein Teil der Sperre bedingt unter Setzung einer Probezeit nachgesehen werden."