Weltspitze zum Jahreswechsel zu Gast

Die absolute Weltelite im Dameneishockey ist über den Jahreswechsel zu Gast in Österreich. Am Silvestertag trifft das rot-weiß-rote Damennationalteam in St. Pölten erstmals in der Geschichte auf Kanada.

Auch wenn das Team Kanada in erster Linie die jüngeren Spielerinnen zu dieser Tournee nach Europa schickt, eine große Herausforderung wird das Spiel für Altmann & Co auf jeden Fall.

Die Kanadierinnen sind seit Sonntag auf einem Trainingslager in St. Pölten und fahren am ersten Jänner nach Füssen zum Sechs-Nationen-Turnier mit Finnland, Schweden, Russland, Deutschland und der Schweiz. Apropos: auch Finnland hat vor Turnierbeginn noch ein Spiel in Österreich auf dem Programm. Die Skandinavierinnen reisen am Neujahrstag nach Mitteleuropa und kommen am Freitag in die TWK Arena nach Innsbruck.

Österreichs A-Nationalteam hat gegen beide Gegner noch nie vorher gespielt, Head Coach Pekka Hämäläinen freut sich aber bereits auf die Spiele: "Es ist wichtig, dass wir gegen die Top-Nationen Erfahrung sammeln können. Wir haben letztes Jahr erstmals gegen Schweden gespielt und hatten dabei einfach auch zu viel Respekt vor den großen Namen. Wenn wir weiter nach oben kommen wollen, müssen wir auch gegen solche Länder bestehen können. Außerdem können wir in diesen Spielen sehen, wo wir aktuell stehen und was wir noch verbessern müssen. Denn in Spielen gegen solche Teams müssen wir ein hohes Tempo mitgehen und lernen, viel schneller zu agieren bzw. zu reagieren. Und jeder Fehler kann bereits mit einem Gegentor bestraft werden. Deshalb ist vor allem die Defensivarbeit gegen diese Mannschaften sehr wichtig! Ziel ist es in beiden Spielen ein achtbares Resultat zu liefern und möglichst viel dabei zu lernen!"

Besonders eine Spielerin freut sich bereits besonders auf den Auftritt in Innsbruck: Janine Weber, die ihre Karriere 1996 beim HC Innsbruck gestartet hat. "Ich habe damals die Eislaufschule des HCI besucht, um eislaufen zu lernen und nachdem ich die anderen Kinder Eishockey spielen gesehen habe, war für mich klar: das will ich auch!" Der weitere Weg führte die sympathische Tirolerin zum SK Zirl, die Red Angels Innsbruck bzw. erneut zum HCI. "Mit 15 habe ich mich dann entschlossen, nach Salzburg zu gehen, um in der EWHL spielen zu können. Nach drei Jahren in der Mozartstadt hat mich das Studium nach Wien gebracht, wo ich für die Sabres gespielt habe!"

Doch auch hier war noch lange nicht Endstation. "Ich habe vier Jahre in Wien studiert und bin dann nach Providence gezogen, um am Providence College meinen Master of Education zu machen und habe mit einem vollen Stipendium ein Jahr in der Collegemannschaft gespielt. Im Sommer wurde ich dann von den Boston Blades gedraftet und spiele seitdem in Boston in der CWHL!"

Und das ist nicht irgendeine Liga - die CWHL (Canadian Women's Hockey League) ist die einzige professionelle Liga in Nordamerika und es spielen hauptsächlich Spielerinnen in der Liga, die vorher in den Collegeligen in den USA und Kanada gespielt haben. Das Ziel der Liga ist es, in den nächsten Jahren die Spielerinnen so bezahlen zu können, dass sie Eishockey hauptberuflich ausüben können.

Die Boston Blades sind die einzige professionelle Damenmannschaft in den USA. Die meisten Spielerinnen spielen im US Nationalteam und einige spielen für Team Kanada - "insgesamt haben zehn meiner Mitspielerinnen bei den Olympischen Spielen 2014 in Sochi mitgespielt. Unser großes Ziel ist es, im März den Clarkson Cup (quasi den Stanley Cup im Dameneishockey) zu gewinnen!", formuliert Janine ihren großen Traum. Sie bestreitet jedes Wochenende zwei bis drei Spiele und die Auswärtspartien finden allesamt in Kanada statt.

Und wie fühlt sie sich bei der Rückkehr nach Innsbruck? "Es bedeutet mir sehr viel, in Innsbruck gegen Finnland zu spielen. Wir haben noch nie gegen Finnland gespielt und Finnland ist immer schon eine der besten Mannschaften in der  Dameneishockey Welt gewesen. Ich habe seit vielen Jahren (seit meiner Zeit beim HCI) nicht mehr in Innsbruck gespielt und freue mich schon, wieder einmal ein richtiges "Heimspiel" zu spielen!" Und das wird sie wohl haben, denn mit Sicherheit werden viele TirolerInnen sehen wollen, was aus "ihrer" Janine geworden ist.