100 Jahre ÖEHV

Große 100-Jahr-Gala im Wiener Rathaus

Große 100-Jahr-Gala im Wiener Rathaus

Die Wahl ist geschlagen: Am 17. September 2012 wurde im Rahmen der großen, vom Echo-Medienverlag veranstalteten 100-Jahr-Jubiläumsfeier des Österreichischen Eishockeyverbandes (ÖEHV) das Geheimnis um das Jahrhundertteam und den Jahrhundertspieler gelüftet.

Um 22:00 Uhr betrat der letzte Spieler der von einer 20-köpfigen Expertenjury aus dem In- und Ausland gewählten Mitglieder des Jahrhundertteams des ÖEHV die Bühne der Volkshalle im Wiener Rathaus, die mit historischen Gegenständen aus dem Fundus des Winter!Sport!Museums Mürzzuschlag geschmückt war.

Das Jahrhundertteam um Torhüter Reinhard Divis, die Verteidiger Herbert Hohenberger und Martin Ulrich, die Stürmer Christoph Brandner, Dieter Kalt jun. und Thomas Vanek (vertreten durch seinen Bruder David) sowie Jahrhundertspieler Josef "Sepp" Puschnig, der aufgrund eines Auslandsaufenthaltes seiner Ehrung zu einem späteren Zeitpunkt nachkommen wird, erhielten von ÖEHV-Präsident Dr. Dieter Kalt und Mag. Gernot Mittendorfer, Mitglied des Vorstandes der Erste Group Bank AG und Präsident des "Austria Hockey Board", sowie einem Ehrengast als Auszeichnung ein Retro-Trikot mit ihrer jeweiligen Rückennummer und eine von Christian Imme mit einem persönlichen Motiv angefertigtes Bild.

Reinhard Divis (Ehrung vorgenommen von Wladislaw Tretjak, Präsident des russischen Verbandes): Reinhard Divis begann seine Karriere bei WAT Stadlau und wechselte noch als Jugendlicher zur VEU Feldkirch. In der Blütezeit der Vorarlberger mit fünf Meistertitel in Folge (1994 bis 1998) und dem Gewinn des Titels in der European Hockey League 1998 war der heute 37-Jährige ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft. Im Jahr 2000, nachdem er im Draft der National Hockey League von St. Louis ausgewählt wurde, zog es den Torhüter nach Schweden zu Leksand. Im Jahr darauf holten ihn die Blues nach Nordamerika, wo Divis als erster Österreicher der Geschichte am 7. April 2002 in einem NHL-Spiel eingesetzt wurde. Bei seinem Einsatz über 25:06 Minuten entschärfte der Wiener alle vier auf ihn abgefeuerten Torschüsse. In der NHL kam Divis insgesamt 28 Mal zum Einsatz und kehrte ab der Saison 2006/07 wieder endgültig nach Europa zurück. Mit Red Bull Salzburg wurde er 2007 und 2008 österreichischer Meister, wechselte anschließend nach Schweden zu Färjestads und wurde erstmals schwedischer Champion. Nach der Rückkehr nach Salzburg gab es 2010 und 2011 zwei weitere heimische Titel. Für das österreichische Nationalteam debütierte Divis am 9. April 1994 und stand inklusive zweier Olympischer Spiele insgesamt 99 Mal im Tor.

Herbert Hohenberger (Ehrung vorgenommen von Dr. Ludek Bukac, ehemaliger Nationalteamtrainer und Weltmeister mit Tschechien): Herbert Hohenberger begann seine Laufbahn beim Villacher SV und bestritt im Alter von 16 Jahren sein erstes Spiel für die Bundesligamannschaft. Danach zog es den Verteidiger nach Kanada, wo er mit den Hull Olympiques den Titel in der kanadischen Nachwuchsliga "Quebec Major Junior Hockey League" (President's Cup) gewann. Nach einem kurzen Gastspiel in der American Hockey League kehrte Hohenberger zu seinem Stammklub nach Villach zurück und holte mit dem VSV 1992 und 1993 den Meistertitel. Danach wechselte der heute 43-Jährige zu den Kölner Haien und fixierte in der ersten Saison der Deutschen Eishockey Liga gleich den Titelgewinn. Weitere Jahre in Deutschland sollten folgen, ehe Hohenberger mit dem VSV noch drei Staatsmeistertitel (1999, 2002, 2006) einheimste. Seine aktive Karriere ließ der 158-fache Nationalteamspieler beim HC Innsbruck ausklingen und arbeitete seitdem als Assistant Coach in Innsbruck, Nürnberg und Graz.

Martin Ulrich (Ehrung vorgenommen von Luc Tardif, Präsident des französischen Verbandes): Martin Ulrich startete seine Karriere beim Wiener EV und ging dann zum EC Graz, bevor die erfolgreichste Zeit seiner Karriere in der Deutschen Eishockey Liga begann. Mit Adler Mannheim setzte sich der Verteidiger 1997 und 1998 die Krone als deutscher Meister auf. Zudem spielte Ulrich lange Jahre in Deutschland für die Berlin Capitals und die Düsseldorfer EG. Erst in der Saison 2005/06 kehrte der Rekord-Nationalteamspieler mit 228 Einsätzen für Team Austria nach Österreich zurück. Mit Red Bull Salzburg folgten 2007 und 2008 zwei österreichische Meistertitel, beim EK Zell am See beendete Ulrich 2009 seine aktive Laufbahn.

Christoph Brandner (Ehrung vorgenommen von Gernot Tripcke, Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga): Beim Kapfenberger SV in der Steiermark begann für Christoph Brandner seine Laufbahn als Profispieler. Der Wechsel zum EC KAC schlug sich mit dem Gewinn von zwei Meisterschaften nieder (2000 und 2001). Für den Stürmer ging es danach ins Ausland zu den Krefeld Pinguinen in die Deutsche Eishockey Liga, der Höhenflug begann. Nachdem Brandner im Draft der National Hockey League 2002 von Minnesota gewählt wurde, startete er in Krefeld durch. Mit 42 Toren schoss der heute 37-Jährige die Pinguine zum Meistertitel, sich selbst ins All-Star-Game, zum Torschützenkönig und zum besten Spieler der gesamten Saison 2002/03. Danach wechselte Brandner für zwei Saisonen nach Nordamerika und stand als erster österreichischer Feldspieler am 8. Oktober 2003 auf NHL-Eis. In seinem dritten NHL-Spiel erzielte der Stürmer das erste Tor eines Österreichers (12. Oktober 2003 gegen San Jose). Insgesamt stehen 35 Spiele und neun Scorerpunkte auf seinem NHL-Konto. Nach der Rückkehr nach Europa (Södertälje und Hamburg) gewann Brandner mit dem EC KAC 2009 einen weiteren Meistertitel, bevor der 116-fache Nationalteamspieler im April 2012 offiziell seine Karriere beendete.

Dieter Kalt jun. (Ehrung vorgenommen von Christer Englund, Präsident des schwedischen Verbandes): Beim EC KAC begann die Karriere von Dieter Kalt jun., bereits im Alter von 17 Jahren feierte der Stürmer seinen ersten Meistertitel mit den "Rotjacken" (1991). Der heute 38-Jährige wurde eine fixe Größe im Kader der Klagenfurter, bevor ihn Adler Mannheim in die Deutsche Eishockey Liga holte. Bereits in seinen ersten beiden DEL-Jahren führte Kalt sein Team zu Meistertitel und erfolgreicher Titelverteidigung. Einem kurzen Gastspiel in Nordamerika bei den Long Beach Ice Dogs (International Hockey League) folgten erfolgreiche Jahre auf dem europäischen Kontinent. Österreichischer Meister 2000 mit dem EC KAC, schwedischer Meister 2002 mit Färjestads (meiste Siegestore und meiste Scorerpunkte eines Ausländers), österreichischer Meister 2005 mit den Vienna Capitals sowie 2007 und 2008 mit Red Bull Salzburg. Die letzten drei Jahre spielte Kalt, der 197 Länderspiele für Österreich bestritt, wieder beim EC KAC.

Thomas Vanek (Ehrung vorgenommen von Tomas Kral, Präsident des tschechischen Verbandes): Bei Thomas Vanek wurde bereits sehr früh sein Talent erkannt. 1998 machte der Sohn tschechoslowakischer Eltern beim weltgrößten "Pee-Wee"-Turnier in Kanada mit 21 Toren in 14 Spielen auf sich aufmerksam. Im Alter von 14 Jahren entschied sich Vanek, dass sein Lebensmittelpunkt Nordamerika sein soll. In der höchsten Juniorenliga der USA stellte der Stürmer bei Sioux Falls einen neuen Klubrekord auf, bei seiner nachfolgenden Collegekarriere in Minnesota war er der erste Europäer bei den Golden Gophers. In seinem ersten Jahr schoss Vanek seine Mannschaft ins Finalturnier und mit entscheidenden Treffern auch zum Gesamtsieg. Der heute 28-Jährige war der wertvollste Spieler dieses Turniers und der "Rookie" der Saison. Im Draft der National Hockey League 2003 erzielte Vanek, der an fünfter Stelle von Buffalo gezogen wurde, das beste Resultat eines Österreichers. In der Saison 2006/07 gewann Vanek den „Bud Light Award“ für den besten Plus/Minus-Wert aller NHL-Spieler. Seinen ersten internationalen Auftritt für die österreichische Nationalmannschaft hatte Vanek bei der IHF Weltmeisterschaft 2004 in der Tschechischen Republik, als er in sechs Spielen sieben Scorerpunkte erzielte. In seiner bisherigen NHL-Karriere brachte es der linke Flügel auf 447 Scorerpunkte in 547 Einsätzen.

Sepp Puschnig: Sepp Puschnig begann seine Karriere in den Nachwuchsmannschaften des EC KAC und debütierte bereits mit 16 Jahren in der Kampfmannschaft. In den folgenden Jahren entwickelte er sich zu einem der besten österreichischen Eishockeyspieler aller Zeiten. In insgesamt dreizehn Spielzeiten und 299 Bundesligaspielen, die er allesamt für die Klagenfurter bestritt, schoss er 190 Tore und assistierte 296 Mal. Dabei gewann er mit dem EC KAC insgesamt zwölf österreichische Meistertitel. Auch in der Nationalmannschaft erwies sich Puschnig, der den Spitznamen "Karawankenbär" erhielt, als einer der wertvollsten Spieler und nahm an insgesamt elf Weltmeisterschaften und drei Olympischen Spielen teil, wobei der heute 66-Jährige es in 123 Länderspielen auf 50 Tore und 55 Assists brachte. 1999 wurde Puschnig als erster und bisher einziger österreichischer Spieler in die "Hall of Fame" des Internationalen Eishockeyverbandes aufgenommen.

Der Galaabend in der Volkshalle begann mit Begrüßungsworten von Wiens Sportstadtrat Christian Oxonitsch. ORF-Stimme Michael Berger führte als Moderator durch den Abend und begrüßte anschließend gemeinsam mit Präsident Dr. Kalt die anwesenden (inter)nationalen Gäste, angeführt von ÖEHV-Ehrenpräsident Dr. Hans Dobida über Kai Hietarinta, dem Vertreter des Internationalen Eishockeyverbandes, und Wladislaw Tretjak, aktueller Präsident des russischen Verbandes und IIHF-Jahrhunderttorhüter, bis hin zu ehemaligen Spielern wie Herbert Pöck, Thomas Cijan oder Hermann Knoll sowie den Vertretern von Sponsoren, Politik und Wirtschaft.

Über das Winter!Sport!Museum in Mürzzuschlag
Das neue Museum präsentiert in einzigartiger Weise die Welt des Wintersports in seiner ganzen Vielfalt. Eine phantastische Reise erwartet Sie: über Gletscher in eisigen Höhen - schön und gefährlich zugleich -, eine urige originalgetreue Skihütte, im Bob in rasender Fahrt durch den Eiskanal. Erleben Sie hautnah als Akteur die hitzige Atmosphäre eines vollbesetzten Eishockeystadions und begegnen Sie den großen Stars des Skirennsports aus Gegenwart und Vergangenheit. Was aber wäre der Winter ohne die unendliche Weite und Stille? Die majestätische Erhabenheit der Berge sorgt für Ihren beruhigenden Ausgleich. Das ganzheitliche Erlebnis Wintersport wartet - auf Sie.